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Cologne Institute of Conservation Science

Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft

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Laura Peters

Laura Peters

Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft (CICS)

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Konservierung indonesischer Theaterperücken aus dem Weltkulturen Museum in Frankfurt am Main

Sechs indonesische Theaterperücken werden in Kooperation mit dem Weltkulturen Museum in Frankfurt am Main innerhalb eines Masterprojektes am CICS untersucht und konserviert. Die Perücken weisen zahlreiche Zustandsveränderungen auf. Zielsetzung des Projektes ist die Erforschung und Erhaltung der Objekte.

Studienprojekt auf einen Blick

Projekt Konservierung von indonesischen Theaterperücken aus dem Weltkulturen Museum in Frankfurt am Main
Leitung Laura Peters (M.A.)
Studienrichtung Textilien und Archäologische Fasern (TAF)
Beteiligte Lisa Froitzheim, B.A.
Projektpartner Weltkulturen Museum, Frankfurt am Main
Laufzeit 09.2019 – 08.2021
Standort TH Köln

Die sechs indonesischen Theaterperücken gehören zu einer umfangreichen Sammlung Kopfschmucke des Weltkulturen Museums in Frankfurt am Main. Ursprünglich stammen sie von der indonesischen Insel Java, von der das Museum sie 2006 erwarb. Die Kombination aus verschiedenen Materialien, u.a. Textilien, Fasern, Zeitungspapier und bemaltes Leder, stellt eine Herausforderung für den Erhalt der Objekte dar. Im Fokus des Projektes stehen die Untersuchung und Konservierung der sechs Perücken, die alle einen instabilen Erhaltungszustand aufweisen. Ziel ist, ein geeignetes Restaurierungskonzept zu erarbeiten und exemplarisch an einer der Perücken umzusetzen.

Die Frisuren der Perücken bestehen aus zahlreichen Zöpfen, deren Haare aus verschiedenen schwarz und dunkelgrün gefärbten pflanzlichen Fasern gefertigt sind. Im Stirnbereich ist ein farbig gefasster, lederner Besatz angebracht. Die Perücken waren ursprünglich Bestandteile von Kostümen, welche wahrscheinlich Dämonen, die Raksasa (jav.: Riese) in hinduistischen Epen repräsentieren. Sie werden im indonesischen Theatertyp wayang orang verwendet und traditionell in Aufführungen des Epos Mahabharata getragen.

Sowohl die Perücken als auch die ledernen Stirnbesätze erscheinen verformt. Die Fasern sind brüchig und die Textilien weisen zahlreiche Fehlstellen und Lichtschäden auf. Die Fassung der ursprünglich flächig gestalteten Stirnbesätze ist weitgehend verloren gegangen.

Auf Grund der unterschiedlichen Zustände und Schadensbilder erfordern die sechs Perücken die Entwicklung individueller Konservierungskonzepte, bei denen die unterschiedlichen Materialeigenschaften berücksichtigt werden müssen und fachübergreifendes Wissen Voraussetzung ist. Grundlegende Kenntnisse zu Ursprung, Herstellung und Verwendung der verwendeten Materialien sind unerlässlich. Eine Schwierigkeit stellt auch die fotografische Erfassung der fragilen, dreidimensionalen Objekte dar. Hierfür wird als Möglichkeit ein 3D-Scan in Betracht gezogen.

Im Mittelpunkt des Projektes stehen die genaue Untersuchung, die Dokumentation und eine gezielte Recherche des kulturhistorischen Kontextes, die zu einem erweiterten Verständnis der Objekte führen sollen. Die Ergebnisse dienen auch einer Unterscheidung von Zustandsveränderungen, die aus dem Gebrauch der Objekte resultieren und Veränderungen, die als Schäden durch Alterung und unsachgemäße Lagerung zu interpretieren sind. Nicht zuletzt werden in diesem Projekt objektgerechte Verpackungen entwickelt, die sich für den sicheren Transport und die langfristige Aufbewahrung der Theaterperücken im Depot des Museums eignen.

Mai 2021

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