Thomas Büttner (Bild: IVW / TH Köln (Gerhard Richter))

Kapitalanlagerisiken: Economic Scenario Generator und Liquiditätsmanagement

8. FaRis & DAV Symposium am 12. Juni 2015.

Vereinfacht formuliert könnte man sagen: Risikomanagement ist die Strategie, um auf das Unerwartete vorbereitet zu sein. Risikomanagement setzt also voraus, dass man auch das Unerwartete bedenkt, dass man also darüber nachdenkt, was alles passieren kann. Ein Economic Scenario Generator (ESG) soll abbilden, "was alles passieren kann". Die Anforderungen der Praxis an einen ESG sind sehr hoch, denn es müssen makroökonomische Daten, Verhaltensparameter und vor allem Kapitalmarktszenarien generiert werden. Die Szenarien müssen in sich konsistent sein und sie müssen extreme Situationen abdecken, ohne dabei unrealistisch zu sein. Richard Urbach, einer der weltweit profiliertesten Entwickler von ESG-Tools, berichtete in einem ersten Vortrag über seine Erfahrungen (The What’s and Why’s of an ESG).

Anknüpfend hieran war das Liquiditätsrisiko ein zweiter Schwerpunkt des Symposiums. Dazu beleuchtete Ralf Knobloch zunächst das Management des Liquiditätsrisikos aus betriebswirtschaftlicher Sicht. In der Betriebswirtschaftslehre hat sich für den Umgang mit Risiken eine ganzheitliche Sichtweise etabliert.

Die Unternehmen begreifen Risikomanagement als Aufgabe der Unternehmensführung, die auf einer systematischen und kontinuierlichen Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Risikopotentiale basiert.

Im letzten Vortrag stand wieder die Versicherungsbranche im Mittelpunkt des Interesses. Anknüpfend an eine gemeinsame Studie von FaRis und der COMPIRICUS AG stellte Thomas Büttner ein ganzheitliches Konzept zum Management des Liquiditätsrisikos unter Einbeziehung der Aktiv- und Passivseite in einem Versicherungsunternehmen vor. Schwerpunkte des Vortrags waren u.a. die Bedeutung der korrekten Ermittlung des Liquiditätsexposures und der ökonomische Nutzen des Liquiditätsmanagements.

 
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