Tätigkeitsfelder des Geotechnikers


1.   Baugrunderkundung und Gründungsberatung

Bevor große Bauprojekte realisiert werden können, sind die Untergrundverhältnisse zu erkunden und zu beurteilen. Dazu sind auch bodenmechanische Labor- und Feldversuche durchzuführen.

2.   Planung, Entwurf und Ausschreibung geotechnischer Konstruktionen

Ingenieurbüros werden häufig damit beauftragt, geeignete geotechnische Lösungen für besondere Aufgabenstellungen zu entwickeln, da ein Auftraggeber selbst nicht immer in der Lage ist, die für ihn beste Möglichkeit zu finden. Hierunter fällt z.B. die Planung von Gründungen und Baugrubensicherungen. Der Geotechniker schlägt aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und Untergrundverhältnisse geeignete Gründungsmaßnahmen bzw. Verbauarten vor und entwirft die dazu erforderlichen Konstruktionen. Außerdem sind die zugehörigen Leistungsbeschreibungen und ‑verzeichnisse für die Auftragsvergabe zu erstellen.

3.   Konstruktion, Bemessung und Kalkulation geotechnischer Baumaßnahmen

Die geotechnischen Konstruktionen (Gründungen, Baugrubensicherungen, etc.). müssen bemessen werden und es sind die erforderlichen Standsicherheits- und Gebrauchstauglichkeitsnachweise zu führen. Dazu gehört z.B. auch die Ermittlung der erforderlichen Bewehrung bei Betonbauteilen oder die Wahl tragfähiger Spundwandelemente. Im Weiteren sind die Kosten der Baumaßnahmen zu kalkulieren.

4.   Tiefbau und Spezialtiefbau

Die geotechnischer Baumaßnahmen werden meist von Tiefbauunternehmen realisiert. Besonders anspruchsvolle Bauverfahren, wie z.B. Hochdruckinjektionen (HDI) oder die Herstellung von Schlitzwänden, setzen die Unternehmen des Spezialtiefbaus um. Für die Geotechniker ergeben sich dabei Aufgabenstellungen in der Bauleitung, aber auch bei der weiterführenden Entwicklung der Spezialbauverfahren.

5.   Umweltschutz

In der Vergangenheit wurden Natur und Umwelt oftmals fahrlässig behandelt. So gibt es großflächige Gebiete, die aufgrund von Kontaminationen durch Altlasten verunreinigt sind. Es besteht die Aufgabe, eine Ausbreitung dieser Gefahren bestmöglich zu verhindern. Der Geotechniker ist dabei u.A. mit der Planung von Umschließungen und Abdichtungen von Deponien befasst.

6.   Katastrophenvorsorge

Durch den fortschreitenden Klimawandel besteht zunehmend die Gefahr von Hochwasser, Sturmfluten und den damit verbundenen Folgeerscheinungen wie Erosionen und Erdrutsche. Durch die Planung von Erdbauwerken (z.B. Dämmen und Deichen) oder anderen Schutzkonstruktionen (z.B. Hangsicherungen) kann den dadurch entstehenden Problemen entgegengewirkt werden.

7.   Betrieb und Überwachung geotechnischer Anlagen

Nicht nur der Bau geotechnischer Anlagen, sondern auch deren Betrieb, die Überwachung und erforderlichenfalls eine Sanierung gehören zu den Aufgaben von Bauingenieuren, die über vertiefte Kenntnisse in der Geotechnik verfügen. Dies betrifft meist besondere Infrastrukturprojekte, die laufenden Kontrollen unterliegen (z.B. Staudämme, Tunnel oder Deponien).

8.   Forschung und Entwicklung

Für Geotechniker ergibt sich auch die Möglichkeit, Forschungen und Entwicklungen zu betreiben. Dies geschieht an wissenschaftlichen Einrichtungen wie Universitäten und Hochschulen, häufig in Zusammenarbeit mit Unternehmen, die neue Bauverfahren und  ‑techniken entwickeln.

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