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Prof. Dr. Ulrike Bergmann

Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft (CICS)

  • Campus Südstadt
    Ubierring 40
    50678 Köln

Dr. Esther von Plehwe-Leisen

Geowissenschaftliche Untersuchungen von Kölner Steinskulpturen und Bauplastik des Mittelalters

Im Zentrum stehen hier die Kölner Steinbildwerke und die Bauplastik in den Kölner Kirchen und den profanen städtischen Bauten. Das von der Gerda Henkel Stiftung geförderte Projekt wurde durchgeführt in der Nachfolge einer kunsthistorisch-geowissenschaftlichen Studie der TH Köln und der Kölner Dombauverwaltung zur Erforschung der mittelalterlichen Bildhauergesteine an der Kölner Kathedrale.

Auf einen Blick

Kategorie Beschreibung
Forschungsprojekt Geowissenschaftliche Untersuchungen von Kölner Steinskulpturen und Bauplastik des Mittelalters 
Leitung Prof. Dr. Ulrike Bergmann 
Fakultät Fakultät für Kulturwissenschaften 
Institut CICS - Cologne Institute of Conservation Sciences
Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft 
Beteiligte Dr. Esther von Plehwe-Leisen 
Fördermittelgeber Gerda Henkel Stiftung, Düsseldorf 
Laufzeit Bis Ende 2016 

Köln war im Mittelalter lange Zeit das bedeutendste Wirtschafts- und Handelszentrum des Deutschen Reiches. Zahlreiche Handwerker produzierten begehrte Waren, die von den Kölner Fernhändlern europaweit exportiert und vertrieben wurden, umgekehrt konnte man Güter und Materialien aus aller Herren Länder auf den Kölner Märkten erwerben. Mittels der in den einzelnen Kunstepochen gebräuchlichen Kunstmaterialien bekommen wir Kenntnisse über die Kölner Künstler und ihre Arbeitsgepflogenheiten, aber auch über die Handelsrouten, Märkte und Wertschätzung von Waren.

Unmittelbar erschließen sich solche historischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge durch die Bestimmung der in der mittelalterlichen Metropole benutzten Gesteine, vor allem der qualitätsvollen Bildhauergesteine. Bereits die fundierte Studie zu den von den Dombildhauern genutzten Steinmaterialien konnte ein aufschlussreiches Bild zeichnen betreffs der von der römischen Antike geprägten Usancen, von Luxusgesteinen und exklusiven Zugriffsmöglichkeiten der Bauhütte. Die Auftraggeber der Kunstwerke in der Stadt – Kleriker, Patrizier, Bürger – suchten diese Gepflogenheiten nachzuahmen, waren aber letztlich von stärkerem Pragmatismus geleitet und griffen daher überwiegend auf heimische Materialien zurück. (vgl. Ulrike Bergmann, Esther von Plehwe-Leisen: Der Baumberger Sandstein. Ein Alleinstellungsmerkmal der Steinskulptur am Kölner Dom, in: Kölner Domblatt 83, 2018, S. 91-127 und Ulrike Bergmann, Esther von Plehwe-Leisen: Das Recycling römischen Kalksteins aus Lothringen in der Kölner Bildhauerkunst des Mittelalters, in: Geschichte in Köln 2019).

Bis in die Zeit der Hochgotik um 1300 wurde von den Kölner Bildhauern fast ausschließlich das in der Stadt noch vorhandene römische Steinmaterial, der lothringische Kalkstein aus der Region Norroy an der Mosel, wiederverwendet. Besonders ausführlich wurde in diesem Kontext das Werk des sog. Samsonmeisters für eine kürzliche Ausstellung im Museum Schnütgen unter die Lupe genommen (vgl. den Katalog: Der Samsonmeister und seine Zeit. Skulptur der Romanik im Rheinland, Köln 2018, u.a. mit Beiträgen von Esther von Plehwe-Leisen und Ulrike Bergmann).

In der Gotik entwickelten sich dann sehr unterschiedliche Vorlieben bei den Kölner Steinbildhauern an der Dombauhütte und in der Stadt. Am Dom wurde nun fast ausschließlich der hervorragende Bildhauerstein aus den Baumbergen bei Münster verarbeitet, während man in der Stadt auf den wegen der kurzen Transportwege vermutlich deutlich preisgünstigeren Tuffstein aus der Eifel zurückgriff.

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