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Dr. Hans Leisen

Kulturwissenschaften
Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft (CICS)

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Historisches Flughafengebäude Köln-Butzweilerhof

Beispielhafter Erhalt von Putzoberflächen zur Wiederverwendung der historischen Flughafengebäude Köln-Butzweilerhof im Sinne der Resourcenschonung

Auf einen Blick

Kategorie Beschreibung
Forschungsprojekt Beispielhafter Erhalt von Putzoberflächen zur Wiederverwendung der historischen Flughafengebäude Köln-Butzweilerhof im Sinne der Resourcenschonung 
Leitung Prof. Dr. Hans Leisen, Dr. Esther von Plehwe-Leisen 
Fakultät Fakultät für Kulturwissenschaften 
Institut CICS - Cologne Institute of Conservation Sciences
Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft 

1909 wurde der Butzweilerhof als "Reichsluftschiffhafen Coeln" gegründet. 1926 wurde er, auch auf Betreiben Adenauers, als ziviler Verkehrsflughafen in Betrieb genommen und wuchs schnell zum zweitgrößten Flughafen Deutschlands; dies brachte ihm den Namen "Luftkreuz des Westens" ein. Die Zunahme des Flugverkehrs machte Anfang der 30iger Jahre den Neubau einer Flughafen-Großanlage notwendig. Die bestehende Anlage wurde zwischen 1935 und 1936 fertiggestellt (Abb. 1).

Alle Flughafengebäude aus der Bauzeit sind weitgehend erhalten, v.a im Inneren aber stark verändert. Seit 1995 führt die Stiftung Butzweilerhof Köln zunächst in der früheren Enpfangshalle und den angrenzenden Gebäudeflügeln Restaurierungsarbeiten mit dem Ziel der Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands durch. An den Fassaden zeigt der Putz eine spezielle der Bauzeit entsprechende Oberflächengestaltung. Im Außenbereich sind die Originalputze noch großflächig erhalten, allerdings in ihrem Bestand durch Putzablösungen und absperrende Anstriche erheblich gefährdet (Abb. 2).

Die Baumaterialien des zwanzigsten Jahrhunderts haben bisher in der Denkmalpflege noch nicht den Stellenwert erhalten, den sie verdienen. Das ist besonders bei den Materialien zur Oberflächengestaltung wie z.B. Putzsystemen der Fall. Gängige Praxis ist, Altputze abzuschlagen und mit neuen Materialien und Techniken neu zu verputzen. Damit geht ein integrativer Teil des Denkmals verloren.

Das Projekt, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert wird, hat den weitgehenden Erhalt des Putzes, auch im Sinne der Resourcenschonung, zum Ziel. Projektpartner sind die Stiftung Butzweilerhof Köln, die Fachhochschule Köln, Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft und das Untersuchungslabor für Fragen der Erhaltung von Naturstein (LPL).


Die Putzoberfläche der Flughafengebäude zeigt nach einer Standzeit von ca. 70 Jahren in der hoch belasteten Kölner Luft mit ihren ehedem hohen SO2 - Werten  große Schäden. Die Putzproben weisen erhöhte Sulfat, Fluor und Chlor-Gehalte auf. Die gleichmäßig gegliederten Dachuntersichten haben unter der Bewitterung besonders stark gelitten. Die Armierungen rosten und der Putz ist bereits in großen Partien verloren. An den Fassaden haben Umbauten, Maßnahmen der Haustechnik und Wasserschäden zu partiellen Putzausbesserungen durch Neuantragung geführt. Große Teile der Originalputze liegen hohl und sind von Verlust bedroht. Der mehrschichtige Putzaufbau hat sich teilweise aufgewölbt und die Putzschichten lösen sich von einander ab.  Die gesamte Fassade und Dachuntersicht sind mit einem stark abdichtenden Anstrichsystem gestrichen, das sicherlich zu dem teilweise schlechten Erhaltungszustand der Putze beigetragen hat.

Das Teilprojekt des Instituts für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft befasst sich mit der wissenschaftlichen Vorbereitung und Erprobung eines konservatorischen Erhaltungskonzeptes. Die systematische Untersuchung des Zustands, der Zusammensetzung und der Eigenschaften der Putze  (Abb. 3) bildet die Basis für die umweltschonende Abnahme des abdichtenden Anstrichsystems, für die Entwicklung von angepassten Hinterfüllmassen und Ergänzungsmörteln zur Wiederanbindung abgelöster Putzbereiche und für die adäquate Fehlstellenergänzung.

Die sorgfältige restauratorische Behandlung der erhaltenen Putzsysteme kann eine Signalwirkung für andere Erhaltungsmaßnahmen an Denkmälern dieser Zeit haben. Die Untersuchungen werden im Rahmen einer Diplomarbeit von Johannes Kroner durchgeführt.

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