Julius Anhalt - California State University Long Beach
Long Beach, Kalifornien, USA - 2025
Einleitung
Ich habe im Jahr 2025 ein Auslandssemester an der California State University Long Beach absolviert und werde im Folgenden darüber berichten. Dabei werde ich auf das Studium und meine Wohnungssituation eingehen. Außerdem werde ich kurz über Ausflugsziele in der Nähe berichten. Darüber halte ich mich aber kurz, da es hier primär um das Studium geht.
Universität & Studium
Die Orientierungswoche in Long Beach hat mich als internationalen Studierenden sehr unterstützt, da viele Fragen bereits geklärt wurden und man sich generell mit allen Problemen an die Mitarbeiter des Study-at-the-Beach-Office wenden konnte.
In dieser Woche habe ich sehr viele internationale Studierende kennen gelernt, wobei die Mehrheit der Studenten aus Deutschland oder Frankreich stammen. Es gab viele Events um die anderen Internationals kennen zu lernen, beispielsweise eine Pool Party auf dem Uni Campus.
Der Campus ist unfassbar groß und bietet viele Möglichkeiten, von Arbeits- und PC-Räumen über ein Fitnessstudio mit Swimming Pool bis hin zu einer Kletterwand oder Tennisplätzen.
Nach der Orientierungswoche musste man Classes wählen, dafür hat man zu Beginn des Semesters ca. 3 Wochen Zeit. Das Wählen ist bei Informatik-Modulen aber gar nicht so einfach, da diese sehr schnell voll sind und man als International der letzte ist, der sich ein Modul aussuchen kann. Aus diesen Gründen waren die meisten interessanten Module bereits belegt und man musste auf andere Module ausweichen. Da zu Beginn aber alles etwas chaotisch war, ist im Laufe der 3 Wochen in von mir priorisierten Modulen noch etwas frei geworden, sodass ich doch noch zu diesen wechseln konnte. Das häufige Nachschauen nach freien Plätzen (dafür gibt es eine Website) hat sich daher sehr gelohnt.
Die Kurse sind in den USA deutlich „schulischer“ aufgebaut als in Europa. Man hat das ganze Semester über viel zu tun, da es einige Assignments, Quizzes und Midterm Exams gibt. Daher ist es aber auch schwieriger einen Kurs nicht zu bestehen, da man das ganze Semester über bereits Punkte sammelt. Das Schwierigkeitslevel war ansonsten ähnlich zu Deutschland, obwohl man hier durch die vielen Assignments etc. quasi „gezwungen“ wird am Ball zu bleiben und die Midterm Exams immer nur einen kleinen Teil des Vorlesungsstoffes abfragen. Mir hat das System aber weniger gut gefallen als das deutsche / europäische, da hier meiner Meinung nach zu viel auf Quantität gesetzt wird und man dadurch nicht unbedingt viel dabei lernt.
Ein sehr interessantes Event am Anfang des Semesters war eine große Veranstaltung auf dem Campus, wo Clubs (unter anderem Fraternities und Sororities - dazu gleich mehr) sich vorgestellt haben. Die Uni bietet für wirklich alles, was man sich vorstellen kann, einen Club an. Jeder Club hat an diesem Event ein Zelt aufgebaut und Werbung für sich gemacht. Es standen so viele Zelte auf dem Campus, dass man über 2 Stunden dort umherwandern konnte, ohne überhaupt alles gesehen zu haben. Dabei bestand ein nicht unbeachtlicher Teil der Zelte aus sogenannten „Fraternities“ und „Sororities“. Das ist eine sehr große Sache in den USA, obwohl natürlich lange nicht alle Studenten Teil davon sind.
Fraternities bzw. Sororities sind Bruder- bzw. Schwesternschaften, die zusammen Zeit verbringen, Dinge unternehmen und unter anderem auch Partys veranstalten. Manchmal haben sie auch spezielle Ziele / Interessen. Einer Fraternity oder Sorority beizutreten ist normalerweise sehr teuer, für die günstigste Fraternity würde man bereits ca. $300 für ein Semester zahlen.
Ich bin aufgrund des hohen Preises und Zeitaufwands keiner Fraternity beigetreten, allerdings wäre dies eine Möglichkeit gewesen sehr schnell viele Leute kennen zu lernen.
Bildergalerie
Wohnungssituation
In Vorbereitung auf das Semester habe ich lange überlegt, ob ich mich für ein geteiltes Zimmer auf dem Uni-Campus bewerben möchte oder mir lieber ein eigenes Zimmer privat suche. Ich habe mich aufgrund des hohen Preises der student-dorms für die private Suche entschieden. Ich habe sehr lange über die Facebook-Gruppe „CSULB Roommate finder“ gesucht, bis ich ca. zwei Wochen vor Beginn des Semesters glücklicherweise ein Zimmer in den Beverly Plaza Apartments gefunden habe. Dort habe ich für das eigene Zimmer genau so viel bezahlt, wie ich auch in den dorms der Universität für ein geteiltes Zimmer bezahlt hätte. Aber Achtung: Das Zimmer war nicht möbliert, weshalb ich mir im Internet eine Matratze bestellt habe.
Die Beverly Plaza Apartments sind sehr schick und haben eine gute Lage. Sie befinden sich in der Nähe des Traffic Circles, wo es diverse Restaurants und auch andere Läden gibt. Die Busverbindung zum Campus ist sehr gut, die Fahrtzeit dorthin beträgt nur ungefähr 6 Minuten. Allerdings sind die Busverbindungen zu allen anderen Orten eher schlecht, weshalb sich einige andere Internationals ein Fahrrad gekauft haben.
Das Leben in den Beverly Plaza Apartments war insgesamt sehr positiv. In der Einführungswoche war ich mir noch nicht sicher, ob die Apartments eine gute Entscheidung waren, da die meisten Internationals auf dem Campus gewohnt haben und ich dann als einziger länger zu Treffen gebraucht habe. Das hat sich aber schnell geändert, da ich im Verlauf des Semesters sehr häufig Freunde zum Pool-Bereich der Beverly Plaza Apartments eingeladen habe und wir dort geschwommen sind oder auch einfach nur ein Bier getrunken haben. Dabei habe ich auch ein paar amerikanische Studenten kennen gelernt, die ebenfalls dort gewohnt haben. Wir haben regelmäßig Dinge zusammen unternommen und die Amerikaner haben auch oft kleinere Partys in ihrem Apartment veranstaltet.
In den student-dorms der Universität ging es eher gemächlicher zu, da es dort ab 22:00 Uhr eine strenge Nachtruhe gibt. Es gibt drei verschiedene dorms: Parkside, Hillside und Beachside. Parkside und Hillside befinden sich direkt auf dem Campus. Beachside liegt aber weder auf dem Campus noch (wie der Name vermuten lässt) am Strand und ist daher am wenigsten zu empfehlen. Zusätzlich gibt es noch das International House, was sich auch auf dem Campus befindet. Dort ist es zu Beginn des Semesters sehr einfach bei anderen Internationals Anschluss zu finden, jedoch wohnen dort keine Amerikaner.
Ausflüge
In Südkalifornien gibt es sehr viele Orte, die es sich lohnt zu besuchen. Ich habe mich an den Wochenenden sehr oft mit anderen Internationals zusammengetan, um ein Auto zu mieten und einen Ausflug zu machen. Ich kann an dieser Stelle nur empfehlen, den Yosemite National Park zu sehen, da die Landschaft dort atemberaubend ist. Man sollte sich dabei auch mindestens 2 Tage einplanen, da es in dem Park viel zu sehen gibt.
Andere Ausflugsziele von uns waren der Joshua Tree National Park, San Francisco, Santa Barbara und diverse Strände um Long Beach herum.
Während der Fall Break (eine Woche rund um Thanksgiving, in der keine Vorlesungen stattfinden) sind wir für 9 Tage nach Hawaii geflogen, das war mein Highlight des Semesters.
Fazit
Abschließend kann ich sagen, dass ich durch das Auslandssemester in Long Beach viele Erfahrungen gesammelt habe und ich mich persönlich weiterentwickeln konnte. Ich habe eine andere Kultur kennen gelernt und viele neue Freunde gefunden. Ich kann diese Erfahrung nur weiterempfehlen.
Januar 2026