Jens Rauw - Swinburne University of Technology

Opernhaus in Sydney (Bild: Jens Rauw)

Melbourne, Victoria, Australien - 2011


Mein Name ist Jens Rauw und ich studiere an der FH Köln Elektrotechnik / Automatisierungstechnik.

Im März 2011, meinem dritten Semester, hörte ich in der FH Köln einen kurzen Vortrag über die Möglichkeit im Ausland zu studieren. Bis dahin hatte ich nie darüber nachgedacht etwas in der Art zu machen, aber es interessierte mich dann so sehr, dass ich mich in einer Sprechstunde noch einmal genauer informierte. Trotz der hohen Studiengebühren war mir schnell klar, dass es nach Australien gehen sollte, also habe ich mich so schnell wie möglich beworben. Bei der Bewerbung musste ich bereits vier Kurse auswählen, die ich gerne belegen würde, meinen aktuellen Notenspiegel einreichen und einen Englischtest, z.B. beim DAAD machen.

Im Juni kam die Bestätigung, dass ich an der Swinburne University of Technology in Melbourne aufgenommen wurde, also konnte ich meinen Flug buchen und Auslands-BAföG beantragen. Selbst wenn man kein BAföG bekommt wenn man in Deutschland studiert, ist es gut möglich, dass man im Ausland Auslands-BAföG beziehen kann.

Nach meinen Prüfungen im Juli bin ich nach Melbourne geflogen, wo ich mir von Deutschland aus ein Zimmer in einem Hostel gebucht hatte. Vor Ort habe ich mich dann um eine längerfristige Wohnung gekümmert, was dank www.gumtree.com.au kein Problem war. Nach 10 Tagen im Hostel bin ich in eine kleine Wohnung für 700A$ im Monat gezogen. Die Monatsmieten für Wohnungen sind zwar viel höher als man das von Deutschland kennt, aber viel günstiger als die Studentenwohnheime auf dem Campus.

Anfang August fing dann das Semester mit einer Orientierungswoche an in der sehr viele Infoveranstaltungen stattfanden und man mit Flyern überhäuft wurde. In dieser Woche musste man sich außerdem endgültig für die Kurse anmelden und seinen Stundenplan online zusammen stellen. Anschließend ging das Semester los und ich habe an 5 Tagen pro Woche Vorlesungen, Übungen, Tutorien und Praktika in Laboren besucht. Bis auf die Sprache und dass man die Professoren mit Vornamen anspricht, gab es keine großen Unterschiede zu meinem Studium in Deutschland. Nach sechs Wochen hatten wir eine Woche Springbreak in der ich nach Sydney geflogen bin, wo ich Sightseeing gemacht habe und Tauchen gegangen bin. Tauchen war zu der Jahreszeit in Melbourne nämlich kaum möglich, weil es dort noch zu kalt war. Zurück aus den Ferien ging es dann noch einmal sechs Wochen weiter mit dem Studium bis man ca. drei Wochen Zeit zur Vorbereitung auf die Prüfungen hatte, die Mitte November stattfanden. Die Prüfungen zählten ca. 70% der Gesamtnote, die restlichen 30% waren über das Semester verteilt in Laborberichten und kleinen Projektarbeiten, was aber von Fach zu Fach unterschiedlich ist. Die Prüfungsergebnisse habe ich Mitte Dezember per Email bekommen und ein Zertifikat wurde an die FH Köln geschickt.

Das Semester wurde mir in Deutschland angerechnet und ich konnte ohne Unterbrechung in Köln weiter studieren. Mein Englisch hat sich in der Zeit verbessert, habe aber leider nicht so viel gesprochen wie erwartet, da ich Fächer belegt hatte bei denen keine Präsentationen oder mündliche Prüfungen stattfanden. Dazu kommt noch, dass es sehr viele deutsche Touristen gibt und wenn man dann unterwegs ist spricht man relativ viel Deutsch.

Melbourne ist eine tolle Stadt die eine Menge an Kultur zu bieten hat. Das hat natürlich auch seinen Preis. Ein Snack kostet ca. 7-10A$, eine sehr kleine Pizza ca. 8A$ und ein Sixpack Bier zwischen 12A$ und 18A$. Man sollte auf jeden Fall selber kochen und auf 2for1 Angebote achten.

Im Anschluss an mein Auslandssemester habe ich sechs Wochen Urlaub in Australien gemacht. Mit einem Freund bin ich zuerst für eine Woche nach Tasmanien geflogen und wir haben mit einem Mietwagen die Insel umrundet. "Tassie" ist eine sehr ruhige und schöne Insel mit vielen Nationalparks, paradiesischen Stränden, vielen Wasserfällen und abenteuerlichen Wanderpfaden. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Melbourne bin ich dann nach Alice Springs geflogen und habe eine Drei-Tages-Tour zum Ayers Rock und dem Kings Canyon mit Übernachtungen unter freiem Himmel gemacht. Von da aus ging es dann mit den Bus weiter an die Ostküste. Ich wäre besser geflogen, da auf der Strecke Australiens wirklich nichts los ist. Von Cairns aus war ich drei Tage am Great Barrier Reef tauchen und habe Weihnachten mit vielen netten Leuten und bei tropischen Temperaturen im Hostel verbracht. An Silvester bin ich dann noch einmal mit dem Zug nach Sydney gefahren um das berühmte Feuerwerk zu sehen.

Australien ist ein herrliches Land mit unvorstellbar netten und hilfsbereiten Menschen. Die Swinburne University of Technology ist eine sehr gut ausgestattete Hochschule in der man sehr viel lernen und Spaß haben kann. Man wird gut mit Informationen versorgt und kann jeden alles fragen. Die Professoren wollen mit Vornamen angesprochen werden, woran man gut erkennen kann, dass die Australier alles ein bisschen lockerer sehen. Da das Semester dort früher anfängt hat man zwar kaum Sommerferien in Deutschland, dafür aber umso mehr Sommerferien in Australien und die sollte man nutzen um etwas zu erleben, was man niemals vergessen wird.

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