Stephan Hörster - London South Bank University

Gebäude der London South Bank University (Bild: Stephan Hörster)

London, Großbritannien - 2010
Double Degree

Um den in Köln angefangenen Master of Science-Studiengang (M.Sc.) abzuschließen und zugleich einen weiteren Master of Science-Degree der LSBU zu erhalten, bin ich Ende Januar 2010 nach London gezogen. Ein Semester mit 4 Modulen und ein weiteres mit der Master Thesis mussten absolviert werden. Nach knapp 11 Monaten habe ich meinen Abschluss erhalten.

Untergebracht war ich zunächst in einem der vier Studentenwohnheime der Universität. Die LSBU ist eine sehr multikulturelle Universität: In meinem Wohnheim betrug der Anteil britischer Studierender nur ungefähr 25 Prozent. Während in den beiden teuren Wohnheimen (McLaren und David Bomberg House) Gäste immer per Formular angemeldet werden müssen, wird in den billigen Wohnheimen (Dante Road und New Kent Road) nicht geprüft wer ein- und ausgeht. Ausserdem bieten die beiden teuren Wohnheime jedem Studenten ein eigenes Bad.

Leider gibt es im Sommer eine Periode von ca. 6 Wochen, in der keine Studenten in den Studentenwohnheimen wohnen dürfen. Das bedeutet, dass man sich als MSc oder PhD Student wenigstens für diesen Zeitraum eine anderweitige Unterkunft suchen muss. Glücklicherweise findet man Wohnungen, die durchaus billiger sind als Zimmer im Studentenwohnheim. So lästig das Umziehen auch war, der Tapetenwechsel hat mich immer wieder mit neuen Leuten in Verbindung gebracht. Überhaupt findet man unheimlich schnell neue Freunde in London. Im McLaren Wohnheim ist z.B. fast jeden Abend in irgendeiner Flat eine Party.

Für Bachelor Studenten hingegen, die die LSBU für einen Auslandsaufenthalt besuchen möchten gibt es das Umzugsproblem nicht, denn deren zwei Semester gehen von September bis Juni und in dieser Periode sind die Wohnheime durchgehend für die Studenten reserviert.

Vom Stoff her dürfte man im MSc keine größeren Probleme haben wenn man die Basics aus den Modulen "Angewandte Mathematik" beherrscht. Idealerweise sollte man eine Datennetze Vorlesung von Herrn Grebe, sowie das Modul Mobilkommunikation bei Herrn Dettmar besucht haben.

Meine Master Thesis habe ich im Labor in der Universität geschrieben, wo mir ein eigener Computer zur Verfügung gestellt wurde. Mögliche Themen werden vorgeschlagen, es können aber auch eigene Vorschläge vorgebracht werden. Im Labor waren weitere MSc und PhD Studenten tätig, mit denen ich mich prima verstanden habe. Unser Supervisor kam 1-2x die Woche vorbei und hat sich nach uns erkundigt. Ansonsten hatten wir freie Hand und konnten uns unsere Zeit selbst einteilen.

Mir hat die Zeit in London sehr gut gefallen und ich kann jedem wirklich nur empfehlen ein paar Monate in London zu verbringen. London ist nicht nur eine tolle Stadt, in der es weitaus mehr zu erleben gibt als in Köln, sondern nebenbei lernt man quasi auch automatisch Englisch! Angst vor der Sprache sollte man im Übrigen nicht haben: Ich habe einige getroffen, die anfänglich nur rudimentäre Englischkenntnisse besaßen. Im Verlauf des Aufenthalts stellte das jedoch keine Hürde dar, denn eine Aneignung eines ordentlichen Sprachfundus war mühelos erreichbar.

Wer mit dem Gedanken spielt an die LSBU zu gehen, sollte sich die Wiki Seite der Bremer Studenten einmal anschauen. Die Hochschule Bremen schickt bereits seit ca. 20 Jahren Studenten nach London und diese haben ihre Erfahrungen für kommende Studenten dort verewigt. Die Wiki findet sich unter:
http://istiwiki.bplaced.net/doku.php

Nachtrag (Red.):

Stephan Hörster wurde im April 2011 von der LSBU mit dem "Departmental Prize for the best Postgraduate student in Electrical, Computer and Telecommunications Engineering" ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch für diese beeindruckende Leistung !

M
M