Manuel Audran - Université Paris 13

Seine und Eiffelturm (Bild: Manuel Audran)

Paris, Frankreich - 2016


VORBEREITUNG

Bewerbung
Als ich mich dazu entschloss ein Auslandssemester in Frankreich zu absolvieren suchte ich auf der Seite der TH Köln nach bestehenden Kooperationen. Mir boten sich Marseille und Paris an. Im Internet habe ich nach Ansprechpartnern in den jeweiligen Unis gesucht und diese direkt angeschrieben. Mein Fachstudienberater an der Paris 13 hat innerhalb einer halben Stunde geantwortet, was mir ein gutes Gefühl gab. Die Uni in Marseille hat mir erst nach 4 Wochen geantwortet, zu dem Zeitpunkt hatte ich mich bereits für Paris entschieden.

Daraufhin habe ich meine Bewerbungsunterlagen via Mail an die Uni geschickt. Jedoch konnte ich nicht die sprachliche Voraussetzung erfüllen, B1 Niveau ist gefordert,ich war derzeit im Kurs A2. In Köln sagte man mir, dass ich mir keine Sorgen zu machen brauche angenommen zu werden. Dennoch hatte ich keine Gewissheit.
Meine offizielle Zusage habe ich 1,5 Monate vor meinem Auslandsaufenthalt erhalten, musste im Vorfeld aber schon meine Wohnung untervermieten, meinen Nebenjob kündigen, etc... Mir persönlich war es sehr unangenehm all diese Schritte im Vorfeld einzuleiten, ohne Gewissheit.

Wohnheim
Mit den Bewerbungsunterlagen hat mir die Uni Paris 13 auch ein Antragsformular für ein Zimmer im Studentenwohnheim zu geschickt. Für mich war das eine große Hilfe.
Das Wohnheim hat mich nach meiner Antragsstellung per Mail kontaktiert. Da das Personal wusste, dass ich Erasmus-Student bin, hat es versucht mir die Informationen auf Englisch zukommen zu lassen, allerdings hieß das, dass sie die französische Mail einfach vom Google-Übersetzer übersetzen liessen. Daher ist die Kommunikation nur auf Französisch zielführend, was ich aber nicht als Nachteil empfinde.

ANKUNFT

Wohnheim
Mir wurde ein Zimmer im Wohnheim Villetaneuse, direkt neben dem Campus, zugewiesen. Dieses Wohnheim ist eins von dreien, in welchem sich auch das Büro befindet. Der Empfang durch das Personal war sehr nett und hilfsbereit.

Dort ist es Pflicht eine Versicherung abzuschließen, dabei wird einem aber geholfen, und die liegt bei ca. 30EUR. Des Weiteren kann man in Frankreich als Student CAF (Wohngeld) beantragen; auch hierfür kann man jeder Zeit ins Büro des Wohnheims gehen, wo einem geholfen wird!

Das Zimmer hat eine Fläche von ca. 19m2 inkl. Küchenecke. Für dieses Zimmer habe ich 360EUR gezahlt. Durch das CAF von 163EUR musste ich effektiv nur 197EUR zahlen. In den anderen beiden Wohnheimen, in Epinay und St. Denis, zahlt man ca. 430EUR (exkl. CAF).

Universität
Am ersten Tag gibt es am Vormittag eine Einführungsveranstaltung in der man diverse Information über das Studium vor Ort und jeweilige Ansprechpartner vermittelt bekommt und einen Sprachtest absolviert. Mittels des Sprachtests wird man einer Gruppe zugewiesen, da die erste Woche aus einem Sprachkurs besteht. Nach einer Führung über den Campus und einem gemeinsamen Mittagessen (ca. 60 Personen) in der Mensa findet man sich noch mal zusammen um einerseits einer Gruppe zugewiesen zu werden; andererseits wird die Einschreibung besprochen. Dalila Sereno, die Ansprechpartnerin des International Office, geht zusammen mit der Gruppe das Einschreibeformular durch - super Hilfe!


AUFENTHALT

Lage
Zum Studieren ist die Lage perfekt, da man direkt neben dem Campus wohnt. Ein großer Supermarkt und diverse andere Geschäfte, wie z. B. eine Boulangerie, sind fußläufig in 10 Min. zu erreichen, oder eine Station mit der Tram.
Die Haltestelle der Tram ist 2 Minuten vom Wohnheim entfernt, mit welcher man in 8 Min. am Gare St. Denis ist. Vom Gare St. Denis fährt man mit dem RER oder dem Zug nur 6-8 Minuten zum Gare du Nord. Man kann also in 20 Minuten in Paris sein, sehr weit ist das Wohnheim / die Uni also nicht von Paris entfernt.
Ebenso ist der Gare d'Epinay Villetaneuse in 15 Min. zu Fuß zu erreichen.
Allerdings ist Paris sehr groß, sodass man noch mit der Metro innerhalb Paris eine Weile fahren kann. Ist man abends / nachts in Paris unterwegs ist die Heimfahrt sehr unangenehm, da unter der Woche die Metro um 00:30h und am Wochenende um 02:00h schließt und ausschließlich Nachtbusse fahren; diese nehmen sehr viel Zeit in Anspruch.

Das Studium
An der Paris 13 war ich im Institut Galiliée im Studiengang SPI L3 (Sciences pour l'ingenieur Licence 3ème année) eingeschrieben. Zu Beginn habe ich mich im Sekretariat für die Module eintragen lassen. Der Stundenplan lässt sich online einsehen wird aber ebenso wöchentlich im Foyer ausgehängt; der Stundenplan ändert sich wöchentlich!
In den ersten Vorlesungen, besucht von ca. 40 Studenten, habe ich versucht mich dem jeweiligen Professor vorzustellen und meine Position zu erläutern. Leider schien es den Professoren relativ egal zu sein.

In den Vorlesungen herrscht Anwesenheitspflicht. Mir wurde allerdings vom Fachstudienberater gesagt, dass dies nicht wirklich für Erasmus-Studenten gilt; jedoch glaube ich nicht, dass das alle Professoren so sehen. Genauso hatte ich, trotz Bejahung der Professoren, nicht das Gefühl, dass ihnen das Erasmus-Programm bekannt ist.

Für die Kurse werden keine Skripte zur Verfügung gestellt. Dies hat zur Folge, dass alle Kursinhalte in den Vorlesungen von der Tafel abgeschrieben werden müssen. Nach ca. 3 Wochen starteten dann die Contrôles, die durchaus 2 Stunden in Anspruch nehmen können. Des Weiteren werden Mitte des Semesters schon Klausuren geschrieben. Im Endeffekt hatte ich in diesem Semester jede Woche mindestens einen Leistungsnachweis.

Letztendlich musste ich für ein erfolgreiches Semester durchgehend lernen. Dem entsprechend habe ich sehr viel Neues und Förderndes für mein Studium gelernt was mir für mein Studium bzw. beruflich später auf jeden Fall hilfreich sein wird. Allerdings bin ich etwas enttäuscht, da ich durch das intensive Studium leider das Kennenlernen der Stadt und des Lebens in dieser Stadt vernachlässigt habe. So sind Vor- aber auch Nachteile zu finden.

Die Freizeit
Durch die organisierten Aktionen in der ersten Woche konnte man sofort Kontakte mit den anderen Erasmus-Studenten knüpfen. So hatte man immer eine Gruppe mit welcher man etwas unternehmen kann - perfekt. Wir waren ca. 100 Erasmus-Studenten im Wintersemester, zum Sommersemester sind ca. 30 an unsere Uni gekommen.

Den Kontakt mit meinen Kommilitonen habe ich leider nicht sofort gefunden. Nach 3-4 Wochen hatte ich dann einen Draht zu meinen Kommilitonen. Sobald das Eis gebrochen war, war ich herzlich willkommen und ich konnte jeden fragen, falls ich irgendwelche Unklarheiten hatte. Da das Studium leider sehr zeitintensiv ist und sehr viel zu Hause nachgearbeitet werden muss, ist es für die französischen Studenten, zumindest meines Studiengangs, leider nicht allzu normal, abends zusammen ein Bier trinken zu gehen oder einfach an der Seine zu sitzen. Dem entsprechend hatte ich neben der Uni leider so gut wie gar keinen Kontakt mit meinen Kommilitonen, den Locals. Sehr schade!

Leider ist das Nachtleben in Paris ziemlich teuer, sodass man abends immer an der Seine die Zeit verbrachte oder bei Freunden in der Wohnung.
Paris ist eine wunderschöne Stadt, daher bin ich immer 4 oder 5 Metro-Stationen vor meinem jeweiligen Ziel ausgestiegen und das restliche Stück gegangen - es lohnt sich sehr!

FAZIT

Ich habe mich für das Auslandssemester entschieden um hauptsächlich meine Französischkenntnisse zu verbessern, aber ebenso um die Erfahrung des Studiums an einer anderen Universität und des Lebens in einem anderen Land zu machen. Auch wenn das Semester wie im Flug vergangen ist, der Aufenthalt belief sich auf 5 Monate, bin ich im Nachhinein sehr froh, dass ich mich dafür entschieden hatte!

Für die Sprache bin ich ins kalte Wasser gesprungen, und mein Französisch hat sich super entwickelt, denn die Sprache lernt man am besten im jeweiligen Land! In meinem Studiengang war ich auch der einzige Erasmus-Student, dieser Zustand hat mich durchgehend Französisch sprechen lassen - super.

Sozial hat sich während des Semester natürlich auch eine ganze Menge ergeben. Ich habe viele neue Leute kennen gelernt und vor allem Freunde gefunden, welche aus ganz Europa kommen. Die eine oder andere Reise nach Italien oder Griechenland steht jetzt schon fest.

Wie bereits erwähnt war das Studium eine super Erfahrung an welcher ich auf jeden Fall in Zukunft noch zehren werden! Alles in Allem war dieser Auslandsaufenthalt eine super Erfahrung, mit viel Spaß, neuen Kontakten, neuem Fachwissen und unvergesslichen Momenten! Ich kann nur jedem ans Herz legen ebenfalls die Erfahrung eines Auslandssemesters zu machen!

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