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Politische Bildung und Offene Kinder- und Jugendarbeit in NRW
Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung
TH Köln

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Asmae Harrach-Lasfaghi

Asmae Harrach-Lasfaghi

Angewandte Sozialwissenschaften
Institut für Kindheit, Jugend, Familie und Erwachsene (KJFE)

  • Campus Südstadt
    Ubierring 48
    50678 Köln
  • Telefon+49 221-8275-5178

Zur Herstellung von Momenten des Chillens in offenen Jugendeinrichtungen

Die Session von Yagmur Mengilli widmete sich dem Thema: “Zur Herstellung von Momenten des Chillens in offenen Jugendeinrichtungen”. Mit Bezugnahme auf die im Rahmen ihrer Dissertation „Chillen als jugendkulturelle Praxis“ erhobene Empirie und Ergebnisse, zielten ihre Darstellungen darauf ab, das Chillen als ein Doing Youth einzuordnen. Chillen kann als Positionierungspraktik junger Menschen verstanden werden, die sich damit gesellschaftlichen Zuschreibungen entziehen und gleichzeitig dadurch um eine Berechtigung der Lebensphase Jugend ringen. Chillen benötigt Räume und Bezugnahme zur Peergroup. Dies verweist auf den Charakter der Vergemeinschaftung. Mit Blick auf die Offene Kinder- und Jugendarbeit identifizierte sie in ihrem Material eine gesellschaftliche sowie eine pädagogische Indienstnahme dieser jugendkulturellen Praxis, welche von ihr daher zudem als eine grenzüberschreitende Praxis Erwachsener markiert wird. Eine lebensweltorientierte Jugendarbeit ist gut damit beraten, diese jugendkulturelle Praktik in ihrem Eigensinn zu belassen und keiner normativen Logik zu unterwerfen.  Im Vordergrund der pädagogischen Arbeit stehen vielmehr das Wahrnehmen und Erkennen des Chillens als Modus einer Lebensbewältigung. Chillen als Erlebnisdimension verweist, so Mengilli, gerade durch diesen performativen Akt als eine selbstbestimmte Praxis, die sich dadurch fremdbestimmten Anforderungen entzieht und sich für junge Menschen als Ort der Gewissheit und Vergewisserung darstellt. Außerdem zeigt sich quer dazu die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und generationalen Ordnungen, eigenen Positionierungsversuchen und die Bearbeitung von Normen. Mit dieser damit einhergehenden Aufwertung und Enthebung des jugendlichen Alltags ist eine lebensweltorientierte Praxis der Jugendarbeit aufgefordert professionelle Bedingungen zu arrangieren, die den Adressat*innen der Jugendarbeit die eigensinnige Ausgestaltung der Situation des Chillens ermöglichen, ohne diese direkt zu pädagogisieren.

Im Rückgriff auf das Thema der Tagung ist im Anschluss an ihren Input diskutiert worden, inwiefern das Chillen – mit Rekurs auf die Zulassung oder Abweisung – auf politische Momente verweisen könnte?

Zur Person

Yagmur Mengilli ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt "PeerPartiCo - Peerbeziehungen und Partizipation im Wandel anlässlich der Covid-19-Pandemie" an der Goethe-Universität Frankfurt. Sie hat ihre Dissertation mit dem Titel „Chillen als jugendkulturelle Praxis“ erfolgreich abgeschlossen. 

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