Bericht Kyoto Summer School 2025
Kyoto, Japan - 2025
Einleitung
Im Sommer 2025, vom 23.06. bis zum 07.07.2025, fand eine zweiwöchige Summer School an der Kyoto Institue of Technology (KIT) in Kyoto statt. Ziel dieser Summer School war es, die Zusammenarbeit von Studierenden aus unterschiedlichen Regionen der Welt zu fördern und den interkulturellen Austausch zu stärken. Darüber hinaus sollten grundlegende Kenntnisse im Bereich der Elektronik durch eine praxisorientierte Projektaufgabe vertieft werden.
Die Projektarbeit wurde in internationalen Gruppen durchgeführt und bestand darin, ein technisches System zu entwerfen und umzusetzen, das mithilfe von Arduino-Mikrocontrollern realisiert wurde. Zusätzlich lag ein Fokus auf der Verbesserung der englischen Sprachkompetenz, insbesondere durch die Zusammenarbeit und Kommunikation innerhalb der internationalen Teams.
Akademischer Teil
Um sicherzustellen, dass alle Teilnehmenden Personen über einen Einheitlichen Wissensstand im Umgang mit Arduino-Mikrocontrollern verfügten, war die Summer School in zwei Phasen unterteilt. Während der ersten Woche lag der Fokus auf der Vermittlung und Wiederholung grundlegender Kenntnisse im Bereich der Elektronik und Mikrocontrollertechnik.
In dieser Einführungsphase wurden zunächst die Grundlagen des Aufbaus von Schaltungen vermittelt. Dazu gehörten unter anderem die Verwendung von Steckbrettern (Breadboards), das korrekte Stecken von Verbindungen sowie der Umgang mit elektronischen Bauteilen. Beginnend mit einfachen LED-Schaltungen, die beispielsweise zum Blicken gebracht wurden, steigerten sich die Aufgaben schrittweise hin zu komplexeren Schaltungen und Modulen. Dabei wurde ausführlich erläutert, wie verschiedene Sensoren funktionieren, wie Signale verarbeitet werden und wie mithilfe des Arduinos Töne erzeugt werden können.
Den teilnehmenden Personen stand eine große Auswahl an unterschiedlichen Arduino-Boards sowie zahlreichen elektronischen Komponenten zur Verfügung, sodass der Kreativität freien Lauf gelassen werden konnte. Nach dieser einführenden Woche begann in der zweiten Woche die eigentliche Projektphase. In den bereits zuvor gebildeten internationalen Projektgruppen hatten wir ausreichend Zeit, ein eigenes System zu planen, zu entwickeln und umzusetzen. Das Projekt wurde am Ende final vor allen teilnehmenden Personen präsentiert.
Leben in Kyoto
Während der Summer School wurden mehrere gemeinsame Ausflüge mit allen teilnehmenden Personen organisiert, die einen Einblick in die Kultur und Umgebung von Kyoto ermöglichten. So besuchten wir unter anderem den bekannten Bambuswald in Kyoto sowie einen Affenpark. Darüber hinaus hatten wir die Gelegenheit, zahlreiche beeindruckende Tempel und Schreine zu besichtigen, die einen wichtigen Teil der japanischen Kultur und Geschichte darstellen.
Ein besonderes Highlight war die Teilnahme an einer traditionellen japanischen Teezeremonie, bei der wir einen Einblick in die Bedeutung und den Ablauf dieses Rituals erhielten. Auch kulinarisch wurde einiges geboten: Neben dem Besuch in eines Sushi-Restaurants fand ein klassisches gemeinsames Barbecue statt. Außerdem blieb ausreichend Freizeit, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden.
Kyoto bietet eine große Vielfalt an Sehenswürdigkeiten und Erlebnissen. Zudem ist die Stadt ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in nahegelegene Städte wie Osaka oder Nara, die ebenfalls sehr sehenswert sind. Besonders auffällig war das Straßenbild Kyotos, das sich deutlich von dem in Deutschland unterscheidet. Auch die Convenience Stores, die rund um die Uhr geöffnet sind und eine große Auswahl an Speisen anbieten, gehört fest zum Alltag in Japan.
Zur Zeit unseres Aufenthalts herrschte in Kyoto ein sehr schwül-heißes Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit. Obwohl ich mich im Vorfeld über die Wetterbedingungen informiert und entsprechende Kleidung eingepackt hatte, stellte die Hitze dennoch eine große Herausforderung dar. Gleichzeitig wurden wir umfassend über die Gefahren von Hitzeschlägen informiert. Positiv war jedoch, dass nahezu alle Gebäude sowie öffentliche Verkehrsmittel mit Klimaanlagen ausgestatten sind, wodurch die Hitze insgesamt auszuhalten war.
Ein weiterer Vorteil der hohen Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit war die üppige Vegetation. Die zahlreichen Bäume und Pflanzen waren besonders grün und dicht, wodurch die Stadt sehr farbenfroh wirkte. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass Kyoto zu dieser Jahreszeit besonders lebendig ist und eine einzigartige Atmosphäre ausstrahlt.
Unterkunft & Flug
Unsere Unterkunft befand sich in der Nähe der Imadegawa Station. Von dort aus war das KIT problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen war. Auch die allgemeine Lage der Unterkunft war sehr angenehm, da sowohl das Stadtzentrum von Kyoto als auch der Hauptbahnhof schnell erreichbar waren. Das Leitsystem der U-Bahn und der öffentlichen Verkehrsmittel in Kyoto ist sehr übersichtlich gestaltet, sodass man sich insbesondere in Kombination mit Google Maps problemlos von A nach B bewegen konnte. Die Unterkunft selbst war modern, sauber und geräumig, wodurch sie sich sehr gut für den zweiwöchigen Aufenthalt eignete.
Die Anreise erfolgte per Flug von Deutschland nach Osaka. Der Hinflug dauerte etwa 11 Stunden, während der Rückflug rund 14 Stunden in Anspruch nahm. Vom Flughafen in Osaka ging es anschließend mit dem Zug weiter nach Kyoto, was etwa eineinhalb Stunden dauerte. Ich reiste gemeinsam mit einem weiteren Studenten von München aus an. Die Einreise nach Japan verlief reibungslos und ohne Komplikationen.
Im Zusammenhang mit dem Aufenthalt in Japan stellt sich auch die Frage nach den entstehenden Kosten. Die Flugkosten beliefen sich auf etwa 1.200 €. Hinzu kamen die Kosten für die Unterkunft, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sowie die tägliche Verpflegung. Insgesamt handelt es sich hierbei um einen nicht unerheblichen finanziellen Aufwand. Allerdings wurde die Teilnahme an der Summer School durch verschiedene finanzielle Unterstützungen erleichtert. So erfolgte eine Förderung durch die Hochschule (TH Köln) in Höhe von bis zu 1.000 €. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, eine finanzielle Unterstützung durch das KIT zu erhalten. Diese Förderung deckte nahezu die gesamten Kosten der Unterkunft ab. Ohne diese finanzielle Unterstützung wäre es mir nicht möglich gewesen, an der Summer School teilzunehmen. Aus diesem Grund bin ich sehr dankbar für die angebotenen Fördermöglichkeiten, die diese wertvolle Erfahrung erst ermöglicht haben.
Fazit
Persönlich habe ich sehr viel aus dem Aufenthalt in Kyoto mitgenommen. Der direkte Kontakt mit der japanischen Kultur, dem Alltag und den Menschen vor Ort hat meinen Horizont erweitert und mein Interesse an Japan weiter verstärkt. Die Erfahrungen, Eindrücke und Begegnungen werden mir nachhaltig in Erinnerung bleiben. Zudem war es sehr interessant, sich intensiver mit dem Arduino auseinanderzusetzen und ein vertieftes Verständnis für dessen Funktionsweise zu erlangen.
Insgesamt kann ich die Teilnahme an dieser Summer School allen Studierenden empfehlen, die Interesse an internationalem Austausch, technischer Projektarbeit und der japanischen Kultur haben. Ich würde jederzeit erneut an einem solchen Programm teilnehmen und bin sehr dankbar für die Möglichkeit, diese einzigartige Erfahrung gemacht zu haben.
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März 2026