Patrick Littau - London South Bank University

PID-Drehzahlreglung (Bild: Patrick Littau)

London, Großbritannien - 2015


London South Bank University –
A British way of life

Nach erfolgreichem Bachelor an der noch FH-Köln, habe ich mein erstes Master-Semester an der LSBU im Herzen Londons absolviert. Anreise mit einer Kommilitonin der Medientechnologien war Mitte September 2015, zurück nach Deutschland ging es dann schließlich Anfang Februar 2016. Knapp fünf Monate in einer gigantischen Stadt, die weit mehr zu bieten hat als touristische Hot-Spots!

Ich kannte London schon von vorherigen Besuchen, aber die lagen entweder Jahre zurück oder beschränkten sich auf Übernachtungen in diversen Flughäfen. Da ich aber schon immer Interesse am United Kingdom hatte und die 12-Millionen-Metropole eine wahnsinnige Historie und atemberaubenden Lifestyle im Angebot hat, habe ich mich für unsere Kooperation mit der South Bank University entschieden. Eine gute Entscheidung, die ich jedem weiterempfehlen will, der Spaß am sehr britischen Kulturschock hat.

Gemeinsam mit acht Kommilitonen habe ich im Studiengang „MSc Electrical and Electronic Engineering“ das erste von dort zwei üblichen Mastersemestern absolviert und auch sehr gut abschließen können. Dabei waren erste Befürchtungen keinen Menschen zu verstehen zum Glück nach der ersten Vorlesung vergessen; wirklich schwer zu verstehen sind nur Leute mit extremen Dialekten, wie zum Beispiel Waliser oder Schotten. Nebenbei: Mein Kurs war international zusammengewürfelt, die Länder Indien, China, Albanien, England und natürlich auch Deutschland waren vertreten. Dabei bestand jedes Modul aus einem theoretischen Unterrichtsteil mit abschließender Klausur und je einer „Coursework“ bzw. einem Miniprojekt, welche als praktische Ergänzung recht willkommen waren.

Da mir der Uni-Alltag in England ein bisschen entspannter erschien als in Deutschland, blieb genug Zeit für „wichtigere“ Aktivitäten. Als Mitglied einer sechsköpfigen WG im Wohnheim „Dante Road“ wurde regelmäßig – quasi täglich – Pool gespielt, Pubs besucht, Food-Markets getestet. Eine hohe Quote europäischer Studenten im Wohnheim sorgte für den kulturellen Input, der auch bei der ein oder anderen Flat-Party Spaß garantierte. Regelmäßige Pub-Besuche gehörten zum Leben und waren ein wichtiger Schlüssel zur englischen Kultur (die sich trotz aller Erwartung nicht nur dort abspielte). In London ist es ganz normal für jeden, nach der Arbeit auf einen Pint Lager oder Ale in die Stammkneipe zu gehen.

Bei gutem Wetter kann ich den Hydepark wärmstens empfehlen; berühmte englische Gärten kann man dort in der Sonne liegend genießen. Im Winter wird ein großes Areal des Parks abgesperrt und das Winter-Wonderland aufgebaut, eine gigantische weihnachtliche Kirmes; wer keine Menschenmassen scheut ist dort gut aufgehoben.

Große Bandbreite an Historie und architektonischen Meisterleistungen macht das durch-die-Stadt-laufen umso interessanter. Zurzeit wird in London viel kreativer Wohnraum geschaffen. Themse und House of Parliaments sind vor allem in den Abendstunden sehenswert. Vor allem als 007-Fan bin ich dort auf meine Kosten gekommen. Im Premiere-Kino "Odeon" am Leicester Square haben wir uns "Spectre" angesehen und sind danach mit dem klassischen, roten Doppeldecker Bus auf dem Weg nach Hause an vielen Drehorten vorbeigefahren.

Günstige Flüge machten es mir an Weihnachten auch problemlos möglich meine Familie über die Feiertage zu besuchen und frühzeitig zu Silvester wieder in der Dante Road einzutreffen. Eine darauffolgende Revision Week bereitete noch einmal abschließend auf die Prüfungsphase im Januar vor und leitete das Finale meines Aufenthalts in London ein.

Rückkehr nach Köln war somit, nach einem kurzen Abstecher über Frankreich, der 1. Februar 2016, wo ich dann sogar noch eine Klausur an der TH mitschreiben konnte.

Als Résume meines Semesters: Ein halbes Jahr ist noch bei weitem zu wenig, um diese gigantische Stadt vollends auszukosten und zu erkunden! Ich habe viele Erfahrungen gesammelt, die mein Studium und mein Leben geprägt haben / prägen werden, und mein sprachliches Niveau auf eine ganz neue Ebene gebracht. Ich habe viele internationale Kontakte knüpfen können, von denen ich vor allem auch einige Engländer, Schotten, Spanier, Österreicher, Dänen, Schweden als auch Franzosen zu meinen guten Freunden zählen kann. Auch wenn England zu Europa zählt, und gerade über den Verbleib in der EU entschieden wird, ist es eine vollkommen verschiedene Gesellschaft, deren feine Unterschiede man nur in Kontakt mit den Menschen und im Alltag kennen lernt. Für mich steht fest, dass ich auch bald wieder für kurz oder lang dorthin zurückkehren werde.

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