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Hall of Fame - Auszeichnungen im Wintersemester 2014/15

Wir gratulieren den im Wintersemester 2014/15 ausgezeichneten Absolventinnen und Absolventen Anja Dennerlein, Simone Beule und Nadja Petrich

In der „Hall of Fame“ werden Abschlussarbeiten gewürdigt, die durch ihre inhaltliche und methodische Qualität, durch den besonderen Gegenstand, durch ihren treffsicheren Praxisbezug, durch das Engagement, das in der Bearbeitung deutlich wird, besonders auffallen und aus den mit "sehr gut" benoteten Arbeiten herausragen.

Simone BeuleSimone Beule (Bild: Costa Belibasakis/FH Köln)

Simone Beule: "Wir haben viele Leute mit vielen Problemen“ - einer Untersuchung zur habituellen Praxis in der Schuldnerberatung."

(BA-Thesis, BetreuerIn: Dario Deloie; Notker Schneider)

Frau Beule geht in ihrer aufschluss- und facettenreichen Arbeit der Fragestellung nach, wie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter vor dem Hintergrund der Begriffe „Normalität“ und „Habitus“, mit dem Phänomen von Beratungsabbrüchen und Terminausfällen in ihrem Arbeitsalltag umgehen. Mit ihrem Thema beteiligt sie sich an dem Professionsdiskurs der Sozialen Arbeit.

Sie nähert sich hierfür zunächst, in einem klaren und präzisen theoretischen Diskurs dem Gegenstandsbegriff „Beratung“ und diskutiert unter anderem Schützes Professionsverständnis, dem sie ihre Arbeit zugrunde legt. Auf breiter Literaturbasis setzt sie sich mit dem Begriff „Normalität“ auseinander, um wahrzunehmen was als „normal“ oder „anormal“ auf personaler und gesellschaftlicher Ebene wahrgenommen und bewertet wird. Gekonnt versteht sie es, sich mit „dem Habitus“ in der Sozialen Arbeit auseinanderzusetzen.

Diese theoretischen Erkenntnisse veranlasste sie, das Gruppendiskussionsverfahren als methodischen Ansatz der qualitativen Sozialforschung für ihre Untersuchung auszuwählen und führte hier zwei Verfahren in zwei unterschiedlichen Schuldnerberatungsstellen durch. In ihrer spannenden Analyse stellt sie das Alltagshandeln in den Beratungssituationen in den Bezug zur Theorie.

Mit Gespür und Feinsinn beschreibt sie dabei, dass es in ihrer Untersuchung nicht um normative Zuschreibungen, wie einer „guten“ oder „schlechten“ Praxis geht, sondern um das Sichtbarmachen von Handlungen in der sozialen Praxis.

Anja DennerleinAnja Dennerlein (Bild: Costa Belibasakis/FH Köln)

Anja Dennerlein: "Star Wars pädagogisch Reloaded. Möglichkeiten der pädagogischen Arbeit mit populären Filmen – Ein Konzeptentwurf."

(BA-Thesis; BetreuerIn: Karla Misek-Schneider; Bernhard Wilmes)

Anja Dennerlein setzt sich mit der Frage auseinander, inwieweit medienpädagogische Arbeit mit Jugendlichen an populäre Filme anknüpfen und Lern- und Bildungsprozesse anstoßen kann. Sie distanziert sich bewusst von der in der Medienpädagogik einflussreichen „bewahrpädagogischen“ Strömung, die populäres Filmmaterial aus der Bildungsarbeit ausschließt.

Frau Dennerlein arbeitet die Geschichte der Medienpädagogik und ihrer programmatischen Positionen sehr detailliert auf und stellt sie gekonnt gegenüber. Für die Weiterverfolgung ihrer Ausgangsfrage geht sie von empirischen Studien aus, die die Filmrezeption von Kindern und Jugendlichen untersuchen, und legt ihren Fokus bewusst auf die Perspektiven und Gewohnheiten potenzieller Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie sie seit Jahren für die Kinder- und Jugendarbeit gefordert wird.

Davon ausgehend entwirft sie ein allgemeines Konzept zur Einbindung populärerer Filme in die pädagogische Arbeit, bleibt dabei aber nicht stehen, sondern buchstabiert ihr Konzept anhand der überaus populären Filmreihe „Star Wars“ aus. Sie entwirft auf Basis des Filmmaterials Lernziele, unter anderem für die politische und moralische Bildung, und entwirft Methoden für deren Umsetzung.

Frau Dennerlein ist es in ihrer Bachelorarbeit gelungen, innerhalb des Themenfelds der Filmpädagogik eine eigene – theoretisch und empirisch fundierte – Position zu finden und davon ausgehend ein Konzept für die filmpädagogische Arbeit zu erstellen.

Nadja PetrichNadja Petrich (Bild: Costa Belibasakis/FH Köln)

Nadja Petrich: "Hilfe für Helfer – Chancen und Risiken der Psychosozialen Unterstützung in Feuerwehren."

(MA-Thesis; BetreuerIn: Gerd Sadowski; Petra Ladenburger)

Die Matser-Thesis von Nadja Petrich widmet sich einem gesellschaftlichen Thema: den psychosozialen Belastungen von Einsatzkräften in Feuerwehren. Hierbei wendet sie sich zunächst bedeutungsvoll den Belastungsmomenten von Einsatzkräften zu, beschäftigt sich mit Stresstheorie und geht hier im Besonderen auf den traumatischen Stress ein, dem knapp 80% der Einsatzkräfte laut Wahrscheinlichkeitsberechnungen in ihrem Dienst unterliegen. Neben Angeboten zur sozialen Unterstützung, z.B. ein guter Zusammenhalt unter den Kollegen, setzt sie sich mit den Themen Prävention und Krisenintervention auseinander. Bereits ihr theoretischer Teil beschließt mit konstruktiven Denk- und Handlungsanstößen, indem sie unter anderem einen flächendeckenden Ausbau der psychosozialen Unterstützung für Einsatzkräfte in Nordrhein-Westfalen und Deutschlandweit fordert.

Das Hauptaugenmerk der Thesis liegt in der Aus- und Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Feuerwehren, die als direkte Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Einsatzkräfte zur Verfügung stehen. Hierfür stellt sie das psychosoziale Unterstützungskonzept von Einsatzkräften für Einsatzkräfte in Freiwilligen Feuerwehren beispielhaft auf den Prüfstand. Die Auseinandersetzung mit dem Fortbildungskonzept verläuft detailliert, unter Betrachtung psychologischer, soziologischer und rechtlicher Aspekte. In ihrem empirischen Vorgehen erforscht Frau Petrich exemplarisch die Sichtweisen, Deutungen und Einstellungen von Nutzerinnen und Nutzer des psychosozialen Unterstützungskonzepts indem sie Expertenbefragungen durchführt.

In ihrer Auswertung wird deutlich, dass das Unterstützungsangebot, abhängig von der Ausbildungsgestaltung des Personals und der Angebotsgestaltung, sowohl für seine Nutzer und Nutzerinnen, als auch für die in ihm tätigen Akteure positive und negative Auswirkungen mit sich bringt. In Verbindung mit den theoretischen Erkenntnissen zeigt sie Verbesserungsmöglichkeiten für die Unterstützungsangebote der Einsatzkräfte vor Ort auf, die sich auch auf andere Feuerwehreinrichtungen übertragen lassen.

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