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Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften

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Foyer Ubierring 48 (Bild: Osterkamp)

Hall of Fame - Auszeichnungen im Sommersemester 2014

Wir gratulieren den im Sommersemester 2014 ausgezeichneten Absolventinnen und Absolventen Claudia Cool, Anna Bunk und Christian Helbig.

Claudia Cool: "Eltern minderjähriger transidenter Kinder. Belastungen, Ressourcen, Bewältigungsverhalten."

(BA-Thesis; BetreuerIn: Renate Kosuch und Sonja Kubisch)

Claudia Cool hat mit ihrer Arbeit ein sehr aktuelles und nahezu unerforschtes Gebiet der Sozialen Arbeit untersucht. „Transidentität“ bezeichnet eine von dem körperlichen Geschlecht abweichende Geschlechtsidentität. In ihrer Thesis untersucht Frau Cool, wie Eltern transidenter Kinder und Jugendlicher mit den damit verbundenen Fragen und Herausforderungen umgehen.

Mit einer enormen Detailkenntnis werden psychologische und sozialwissenschaftliche Studien zum Thema aufgearbeitet und mit der aktuellen Gesetzeslage in Bezug gesetzt. Dabei wird aufgrund der Spezifik des Themas und der begrenzten Quellenlage auch die relevante englischsprachige Literatur rezipiert. Den Kern der Arbeit bildet die Analyse von Interviews, die Frau Cool mit betroffenen Eltern geführt hat. Hier beeindruckt sie durch eine sehr reflektierte und präzise Auseinandersetzung mit ihrem forschungsmethodischen Zugang, der Erhebung durch narrativ fundierte, themenzentrierte Interviews und der Auswertung in Anlehnung an die Dokumentarische Methode. Frau Cool gelingt damit ein sehr wichtiger und eloquent umgesetzter Beitrag zum Thema Eltern transidenter Kinder.

Anna Bunk: "Resozialisierung und Strafvollzug – ein gelebtes Prinzip? Eine empirische Untersuchung über das Menschenbild des allgemeinen Vollzugdienstes."

(BA-Thesis; BetreuerIn: Notker Schneider und Carmen Kaminsky)

Anna Bunk geht in ihrer facettenreichen Thesis der Frage nach, welches Menschenbild der Konzeption des modernen Strafvollzugs normativ zugrunde liegt und welches Menschenbild sich – deskriptiv - in der Vollzugspraxis findet. Dabei gilt es, zum einen die Prinzipien des Strafvollzugs u.a. im Hinblick auf ihre rechtssystematische Einordnung darzustellen, zum anderen analytisch eine begriffliche Bestimmung des vorausgesetzten Menschenbildes zu gewinnen und zum Dritten dieses mit dem in der Vollzugspraxis vorfindlichen Menschenbild zu konfrontieren, um resultierend Aufgaben für die Soziale Arbeit abzuleiten.

Sowohl die literaturgestützte Analyse der Theoriebezüge als auch ihre empirische Untersuchung sind Ausweis einer sehr hohen methodologischen Kompetenz. Frau Bunk befragt Gefangene und Justizvollzugsbeamte mittels leitfadengestützter qualitativer Interviews und wertet diese durch eine qualitative Inhaltsanalyse kategorienbasiert aus.

Die Verfasserin entwickelt im Resümee konkrete und konstruktive Vorschläge für die Praxis der Sozialen Arbeit in den Bereichen Strafvollzug, Resozialisierung/Nachsorge und Prävention und erweist sich in ihrer Schlussbemerkung aufmerksam und zielklar, in der Diagnose eines nicht einheitlichen Menschenbildes im Strafvollzug und der damit einhergehenden als ambivalent zu bewertenden Umsetzung der Ziele des Vollzugs. Es handelt sich um eine insgesamt überaus gelungene Arbeit, die weit über dem zu Erwartenden liegt.

Christian Helbig: "Medienpädagogik in der Sozialen Arbeit. Theorie, Praxis und Studium der Sozialen Arbeit in mediatisierten Gesellschaften."

(MA-Thesis; BetreuerIn: Angela Tillmann und Andreas Thimmel)

Christian Helbig schließt mit seiner Arbeit an die aktuelle Diskussion um Mediatisierung an und stellt theoretische und handlungspraktische Bezüge zwischen Medienpädagogik und Sozialer Arbeit her. Er arbeitet den Diskurs um die Mediatisierung von Gesellschaft auf der Basis einschlägiger Quellen und unter Bezugnahme auf grundlegende soziologische Theorien auf. Dabei beeindruckt die Breite und die Tiefe in der er ganz unterschiedliche Theoriediskurse aus der Medienpädagogik, der Medienwissenschaft – einschließlich erkenntnistheoretischer und sozialtheoretischer Grundlagen - und der Sozialen Arbeit rezipiert und aufarbeitet.

Die Relevanz medienpädagogischer Perspektiven wird anhand empirischer Studien aufgezeigt, die Mediatisierungsprozesse quantitativ beschreiben. Darauf aufbauend befragt Herr Helbig die Praxisfelder der Sozialen Arbeit hinsichtlich ihres medienpädagogischen Interventionsbedarfs und zeigt Chancen und Grenzen medienpädagogischer Arbeit in sozialpädagogischen Tätigkeitsfeldern auf. In einem abschließenden Teil werden Rückschlüsse auf die Ausbildungssituation in Studiengängen der Sozialen Arbeit gezogen. Dabei kann unter Bezugnahme auf curriculare Bildungsstandards gezeigt werden, dass medienpädagogisches Wissen und Können in der Sozialen Arbeit eine Schlüsselfunktion einnehmen.
Neben der herausragenden Form und der sehr guten sprachlichen Gestaltung sticht die Arbeit insbesondere durch die konsequente Verschränkung medien- und sozialpädagogischer Perspektiven hervor, wodurch es Herrn Helbig gelingt, einen wichtigen Beitrag zu Fragen zu leisten, die nicht zuletzt auch der aktuelle, 14. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung als Forschungslücke identifiziert hat.

 
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