Von der analogen Gestaltung zur KI-gestützten Animation (Bild: TH Köln - Nicole Russi)

Storytelling: Von der analogen Gestaltung zur KI

Kreative Prozesse im Multimedialen Storytelling. Im Modul Medienkonzeption & Storytelling des Fachs Mediendesign im 5. Semester des Studiengangs Medientechnologie entwickelten die Studierenden semesterbegleitend multimediale Projekte zum Thema Wasser.

Im Mittelpunkt standen dabei die Entwicklung individueller visueller Erzählformen sowie kreative Gestaltungsprozesse an der Schnittstelle von analogem Arbeiten und digitalen Technologien.

Ein besonderer Schwerpunkt innerhalb des Projekts war ein zweitägiger Workshop, der von Frau Prof. Dipl.-Des. Nicole Russi geleitet wurde. Die Studierenden durchliefen dabei einen kreativen Workflow, der bewusst mit analogen und haptischen Gestaltungsprozessen begann und anschließend durch den gezielten Einsatz von KI-Tools erweitert wurde. Ziel war es, individuelle visuelle Bildsprachen zu entwickeln und diese mithilfe neuer Technologien weiterzuführen – ohne dabei die persönliche Handschrift zu verlieren.

Analoge Gestaltung als kreative Grundlage

Ausgangspunkt der Arbeit war die bewusste Entwicklung von individuellem, analogem Bildmaterial. Mit Farben, Papier, Drucktechniken und Mixed-Media-Collagen entstanden eigenständige visuelle Motive, Charaktere und Bildwelten.

Die Studierenden entwickelten Figuren, Wesen und abstrakte Bildelemente, die symbolisch, surreal oder experimentell angelegt waren. Materialität, Zufälligkeit und Imperfektion spielten dabei eine zentrale Rolle. Unter anderem wurden Meerestiere und Fische aus Plastikmüll-Elementen collagiert, um das Thema Wasser und Wasserverschmutzung auch auf materieller Ebene sichtbar zu machen.

Im Vordergrund stand dabei nicht die technische Perfektion, sondern das kreative Experimentieren mit Materialien, Formen und visuellen Ideen. Die analogen Arbeiten bildeten die Grundlage für alle weiteren gestalterischen Schritte.

Visuelle Erzählwelten entwickeln

Die Entwicklung der Figuren und Bildwelten war eng mit den narrativen Konzepten der Projekte verbunden. Charaktere wurden nicht isoliert entworfen, sondern als Teil einer visuellen Erzählung verstanden. Dabei ging es um Stimmungen, Atmosphären, Erinnerungen und emotionale Ebenen innerhalb der Geschichten.

Die Studierenden erforschten, wie sich Inhalte über Form, Materialität, Textur und Bildsprache vermitteln lassen und wie individuelle gestalterische Entscheidungen die Wirkung einer Erzählung prägen können.

KI als Werkzeug zur Weiterentwicklung individueller Bildsprachen

In einem zweiten Workshop wurden die analog entwickelten Bildmaterialien mit KI-Tools zur Bild- und Videoerstellung weiterbearbeitet. Die zuvor entstandenen Collagen, Figuren und Bildwelten dienten dabei als visuelle Grundlage für die digitale Weiterentwicklung.

Unter der Anleitung von Frau Prof. Dipl.-Des. Nicole Russi erhielten die Studierenden Einblicke in aktuelle KI-gestützte Kreativ-Workflows. Ein besonderer Fokus lag auf der Frage, wie sich individuelle visuelle Stile und gestalterische Konzepte in KI-Prozesse übertragen lassen. Anhand ihrer eigenen Arbeiten lernten die Studierenden, wie Bildmaterial als Ausgangspunkt für die Entwicklung konsistenter visueller Stile genutzt werden kann und wie daraus kurze animierte Sequenzen und filmische Elemente entstehen.

Die KI wurde dabei nicht als Ersatz für kreative Gestaltung verstanden, sondern als Werkzeug zur Erweiterung bereits vorhandener Ideen. Ziel war es, die eigene Bildsprache weiterzuentwickeln, neue Variationen zu erzeugen und Bewegung in die zuvor analog entstandenen Bildwelten zu bringen, ohne den individuellen gestalterischen Charakter zu verlieren.

Zwischen Kontrolle und Offenheit

Der Arbeitsprozess bewegte sich kontinuierlich im Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Offenheit – zwischen klarer gestalterischer Intention und dem bewussten Zulassen unerwarteter algorithmischer Ergebnisse.

Im Zentrum stand dabei die Frage, wie neue Technologien genutzt werden können, ohne die Eigenständigkeit kreativer Prozesse zu verdrängen. Die Studierenden reflektierten, wie persönliche Gestaltung, kritisches Denken und technologische Werkzeuge produktiv miteinander verbunden werden können.

Multimediale Storytelling-Projekte zum Thema Wasser

Die Ergebnisse des semesterbegleitenden Projekts waren multimediale, interaktive Websites, in denen sich die Studierenden mit unterschiedlichen Aspekten des Themas Wasser auseinandersetzten. Die im Workshop entwickelten Figuren, Bildwelten und visuellen Motive wurden dabei gezielt weiterverarbeitet und in die jeweiligen narrativen Konzepte integriert.

Aus den analog gestalteten Arbeiten entstanden mithilfe von KI kurze filmische Sequenzen und surreale Traumwelten, die als zusätzliche erzählerische Ebene in die Projekte eingebunden wurden. Die Traumsequenzen ermöglichten es, Emotionen, Gedanken, Erinnerungen oder symbolische Aspekte des Themas Wasser auf eine visuell experimentelle Weise darzustellen.

Wasser wurde so nicht nur thematisch untersucht, sondern auch atmosphärisch und erzählerisch erfahrbar gemacht – zwischen analoger Materialität und digitaler Transformation, zwischen individueller Handschrift und technologischer Offenheit. Die entstandenen KI-gestützten Sequenzen blieben dabei stets auf den zuvor entwickelten analogen Bildwelten der Studierenden aufgebaut und wurden als eigenständige gestalterische Elemente in die finalen multimedialen Storytelling-Projekte integriert.

Projektsteckbrief

Kategorie Beschreibung
Studentisches Projekt: im 5. Semester im Rahmen der Vertiefungsrichtung des Faches Mediendesign im Modul Medienkonzeption & Storytelling
Institut: Institut für Medien- und Phototechnik (IMP)
Studiengang: Medientechnologie
Beteiligte: Aleksander Balabanov, Berkay Bentetik, Yannic Finette, Mohamed Sel Hamrouni, Gerrit Daniel Hardung, Max Herrschelmann, Simeon Hillebrand, Eray Karakoc, Niklas Korten, Philipp Marco Schreiber, Enes Tarik Veli Yalcin
Zeitraum: Wintersemester 2025
Betreut durch: Prof. Dipl.-Des. Nicole Russi

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