Forschungsschwerpunkt Sozial Raum Management (Bild: IMOS)

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Forschungschwerpunkt

Sozial · Raum · Management
Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften

Netzwerkaufbau in den Sozialräumen der Stadt Mülheim an der Ruhr

CityNet - Entwicklung, Implementation und Erprobung einer sozialraumorientierten Netzwerkinfrastruktur

Das Projekt zielt darauf, Konzepte der angewandten organisationswissenschaftlichen Netzwerkforschung innovativ auf die Organisationsstrukturen der Sozialverwaltung in der Stadt Mülheim an der Ruhr zu transferieren. Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung werden die Grundlagen für den Prozess des Netzwerkaufbaus in den Sozialräumen und zwischen den zentralen Agenturen der Kommunalverwaltung geschaffen und seine praktische Implementierung unterstützt.

Auf einen Blick

Kategorie Beschreibung
Forschungsprojekt Netzwerkaufbau in den Sozialräumen der Stadt Mülheim an der Ruhr 
Leitung Prof. Dr. Herbert Schubert  Mehr
Fakultät Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften   Mehr
Institut Forschungschwerpunkt Sozial · Raum · Management  Mehr
Beteiligte Stephanie Abels, Karin Papenfuß, Holger Spieckermann 
Projektpartner Stadt Mülheim an der Ruhr  Mehr
Fördermittelgeber Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie NRW   Mehr
Laufzeit 2010 bis 2012 

Ausgangslage, Innovationsidee

In den Kommunen wird ein vernetztes, integriertes Handeln durch die institutionelle Zergliederung der Daseinsvorsorge in eine Vielzahl funktionaler Teilaufgaben behindert. In Folge dieser Fragmentierung erfahren die Adressaten soziale Dienstleistungen in den Sozialräumen ihres Stadtteils oder Stadtbezirks funktions- und hierarchiebezogen – d.h. vertikal und horizontal – getrennt. Wegen der Barrieren des engen Ressortdenkens und der fehlenden Transparenz agieren die professionellen Akteure relativ isoliert auf den „operativen Inseln“ fachlicher Zuständigkeiten. Gemeinsame Schnittstellen werden kaum wahrgenommen, was zum Aufbau von ineffizienten Doppelstrukturen und zu wenig effektiven Mehrfachangeboten beigetragen hat.
Vor diesem Hintergrund besteht die innovative Idee darin, in der Kommune eine wirkungsvolle und effiziente Netzwerkorganisation zwischen den isolierten Agenturen zu entwickeln. Auf der Ebene der Sozialräume von Stadtteilen und Stadtbezirken, aber auch innerhalb der zentralen Kommunalverwaltung sollen sowohl die Hierarchiebarrieren zwischen Ratsgremien, Fachbereichen und operativen Stadtteileinrichtungen als auch die Funktionsbarrieren zwischen den Fachbereichen des Sozialen, des Gesundheitswesens, der Bildung, des Sportbereichs und der Kultur besser vermittelt werden. Die Qualitätsentwicklung der kommunalen Daseinsvorsorge hängt entscheidend davon ab, ob diese Barrieren überwunden werden und sowohl eine integrierte Vorgehensweise der professionellen Akteure gefunden wird als auch der Anschluss an die zivilgesellschaftlichen Potenziale gelingt.
Handlungsbedarf, geplante Maßnahmen

Im ‚Public Management‘ wird der Bedarf einer „Netzwerkkooperation“ seit längerem konstatiert. Vor einer flächendeckenden Neuorganisation werden aber exemplarische Modellprojekte gebraucht, in denen die Schritte zur Netzwerkkooperation beispielhaft und nachvollziehbar demonstriert werden. Die Stadt Mülheim an der Ruhr möchte deshalb den Transfer von Erkenntnissen der Netzwerkforschung in das Public Management gemeinsam mit der FH Köln (seit September 2015: TH Köln) entwickeln und praktisch erproben.
Es sind die folgenden Maßnahmen vorgesehen:

• in der Phase der Vorbereitung / Konzipierung: (a) Darstellung der Ausgangssituation mit Mitteln der Berichterstattung (statistische Daten, Geschäftsstatistiken), (b) Definition der Prozesse und ihre Aggregation zu integrierten Vernetzungsachsen (Primär- oder Sekundärprozesse) und (c) Identifizierung der Akteure für die Vernetzung;

• in der Phase der Konstituierung / Implementierung: (d) Akquisition der Kooperati-onspartner entlang der definierten Prozessketten, (e) Formulierung der Netzziele, (f) Entscheidung über eine fokale und/oder laterale Netzwerkverantwortung, (g) Institu-tionalisierung der Netzwerkkoordination und (h) Vereinbarungen / Kontrakte über die Leistungen der Kooperationspartner und die Kooperationsweise.

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