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Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung

Institut für Kindheit, Jugend, Familie und Erwachsene (KJFE)
Ubierring 48a, 50678 Köln

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Prof. Dr. Andreas Thimmel

Angewandte Sozialwissenschaften
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„Warum nicht?“ – Die Zugangsstudie auf dem 16. DJHT

DJHT (Bild: Zugangsstudie)

Auf dem 16. Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT) in Düsseldorf vom 28.-30. März war auch die Zugangsstudie Thema.

Der Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT) bündelt alle drei bis vier Jahre
die Expertise, die Kreativität und das Engagement der Kinder- und Jugendhilfe. Auf dem 16. DJHT in Düsseldorf, der vom 28.-30. März stattfand, war deswegen selbstverständlich auch die Zugangsstudie Thema. Als Teil der Initiative „Chancen eröffnen durch Austausch und Begegnung“ eingebettet in die Jugendstrategie des Bundesjugendministeriums „Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft“ wurde sie am Stand von „jugendgerecht handeln“ präsentiert.

Dr. Werner Müller von der Koordinierungsstelle „Forschung und Praxis im Dialog“ bei transfer e.V. erläuterte für den Träger des Forschungsprojekts die Notwendigkeit, mehr über die Wirkzusammenhänge einer Teilnahme bzw. Nicht-Teilnahme an Maßnahmen Internationaler Jugendarbeit zu wissen. „Wir wissen, dass Internationale Begegnungen wichtige Impulse für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen bietet, für ihre interkulturelle Bildung und oft auch für ihre berufliche Orientierung“, erklärte er. Allerdings sei die Beteiligung nach wie vor ungerecht verteilt, da bestimmte Jugendliche – Hauptschüler_innen, Jugendliche im Übergang oder Jugendliche mit Migrationshintergrund – nicht repräsentativ vertreten seien. Um hier Abhilfe zu schaffen, sei es wichtig, einen umfassenden Überblick über Zugänge und Hindernisse zu internationalen Maßnahmen zu erhalten. Albert Klein-Reinhardt, Referent für Europäische und internationale Jugendpolitik im Bundesjugendministerium, betonte, dass die Bundesregierung anstrebe, allen jungen Menschen die Gelegenheit für grenzüberschreitende Mobilitätserfahrungen zu eröffnen. Das sei der Grund, warum das Ministerium entschieden habe, das Projekt als Teil der Initiative „Chancen eröffnen durch Austausch und Begegnung“ zu betrachten und es gemeinsam mit der Robert-Bosch-Stiftung zu fördern.

In der Talkrunde stellten Annegret Warth (transfer e.V.), Zijad Naddaf (TH Köln) und Dr. Wolfgang Ilg (Freizeitenevaluation) die einzelnen Teile der Studie vor. Alle betonten, dass sich die jeweiligen Forschungsschritte aufgrund unterschiedlicher Methoden und Perspektiven gegenseitig ergänzen. Auch erste Ergebnisse wurden referiert. So berichtete Annegret Warth aus der Untersuchung von SINUS Heidelberg, dass sich die Schule deutlicher als erwartet als wichtige Informations- und Multiplikationsplattform erweise. Sichtbar sei durch die Befragungen auch, dass es eine große Gruppe Jugendlicher gibt, die zwar von Internationalen Maßnahmen wissen, sie aber nicht nutzen. Hier sei es wichtig weiter zu erforschen, welche Gründe es dafür gibt, was unter anderem das Institut für Kooperationsmanagement (IKO) im Rahmen der Studie tut. Dr. Wolfgang Ilg schloss daran an und kündigte Ergebnisse der Auswertung von mehreren Tausend Evaluationsbögen an, die im Rahmen des Forschungsprojekts Freizeitenevaluation daraufhin ausgewertet werden, über welche Zugänge so genannte „erwartungswidrig teilnehmende“ Jugendliche in die Maßnahmen gekommen sind. Zijad Naddaf erzählte aus den von der TH Köln durchgeführten ExpertInneninterviews, dass es zahlreiche strukturelle Hindernisse dafür gibt, nicht mehr Angebote für wenig erreichte Jugendliche zu machen, unter anderem finanzielle Gründe.

In anschließenden Gesprächen mit MessebesucherInnen und Entscheidungsträgern wurde das große Interesse an der Studie deutlich. Eine wissbegierige Aufnahme der Ergebnisse und eine aufmerksame Diskussion von Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen scheinen schon jetzt garantiert.

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