Translating Europe Forum 2018 der EU-Kommission in Brüssel

ITMK-Mitglieder neben dem TEF-Banner (Bild: Ralph Krüger)

Das Institut für Translation und Mehrsprachige Kommunikation war mit vier Mitgliedern vor Ort.

Am 8. und 9. November 2018 veranstaltete die Generaldirektion Übersetzung der Europäischen Kommission das jährlich in Brüssel stattfindende Translating Europe Forum (TEF) mit dem Titel Translation in the Age of Data: Translators Working with Data – Data Working for Translators. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der digitale Wandel, dem sich die Übersetzungsbranche angesichts von Big Data, Künstlicher Intelligenz (KI) und neuen Translationstechnologien wie der neuronalen maschinellen Übersetzung gegenübersieht.

Unter der Schirmherrschaft von Rytis Martikonis, Generaldirektor der GD Übersetzung, diskutierten Expertinnen und Experten aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Sprachtechnologie und internationale Fachkommunikation zunächst allgemeine Themen wie den Einfluss der KI auf Gesellschaft und Arbeitswelt und nahmen im Anschluss stärker translationsorientierte Aspekte in den Blick. Auf der Tagesordnung standen beispielsweise die aktuelle und künftige Leistungsfähigkeit der neuronalen maschinellen Übersetzung, der Einfluss der neuen Datenschutz-Grundverordnung auf das Recht am geistigen Eigentum von Übersetzerinnen und Übersetzern sowie auf den Schutz von Daten in cloudbasierten Arbeitsszenarien, Möglichkeiten des Austauschs und der Analyse großer Übersetzungsdatenbestände sowie die Herausbildung neuer Geschäftsmodelle und Berufsprofile im Zuge der Digitalisierung der Übersetzungsbranche. Außerdem präsentierten Vertreterinnen und Vertreter der Generaldirektion Übersetzung die verschiedenen Strategien der EU zur Förderung eines mehrsprachigen digitalen Binnenmarktes.

EU-Kommissar Günther Oettinger während seiner Rede auf dem TEF 2018 EU-Kommissar Günther Oettinger während seiner Rede auf dem TEF 2018 (Bild: Ralph Krüger)

Gastredner des diesjährigen Forums war EU-Kommissar Günther Oettinger, der auf die Wichtigkeit eines geeinten Europa angesichts der globalen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen hinwies und in diesem Zusammenhang insbesondere die Bedeutung des Erhalts der sprachlichen Vielfalt in Europa betonte. Für die Akzeptanz der Europäischen Union unter den Bürgern sei es unerlässlich, dass diese in ihrer Muttersprache am europäischen Projekt teilhaben und mitwirken können, und hierfür leisten Übersetzerinnen und Übersetzer sowie Dolmetscherinnen und Dolmetscher laut Oettinger einen essenziellen Beitrag.

Für das Institut für Translation und Mehrsprachige Kommunikation (ITMK), das mit seinem Masterstudiengang Fachübersetzen Mitglied im Netzwerk European Master’s in Translation der Europäischen Kommission ist, waren Prof. Dr. Ralph Krüger, Melanie Opfer, M. A., sowie die beiden Masterstudentinnen Lisa Honig und Amy Craggs (derzeit Praktikantin bei der Generaldirektion Übersetzung in Brüssel) auf dem Forum vertreten.

Masterstudentin Lisa Honig bei der Machine Translation Demo vor Publikum Masterstudentin Lisa Honig bei der Machine Translation Demo (Bild: Ralph Krüger)

Frau Honig präsentierte interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Rahmen einer "Machine Translation Demo" die Funktionsweise der maschinellen Übersetzung im digitalen Fachübersetzungsprozess und erläuterte die Einbindung dieser Technologie in die Lehrveranstaltungen des ITMK.

Zum Abschluss des ersten Veranstaltungstages diskutierten Frau Honig, Frau Craggs und weitere Studierende aus den verschiedenen EU-Mitgliedstaaten mit Mitgliedern der GD Übersetzung sowie mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Branchenverbände die zukünftige Entwicklung des Übersetzerberufs und brachten ihre Perspektive als angehende Expertinnen für internationale Fachkommunikation in die Diskussion ein.

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