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Projektbegleiter*innen unterstützen das Lernen in Projekten

Ferdinand Haerst (Bild: Ferdinand Haerst/TH Köln)

Ingenieure brauchen im Beruf mehr als nur Fachwissen: Sie müssen in Projekten und Teams arbeiten und oft schon frühzeitig Führungsaufgaben übernehmen. Doch wie lernen sie das eigentlich?

Schlagwörter: Projektarbeit begleiten, Projektorientiertes Lernen, Soft Skills für Ingenieure, Feedback, Moderator*innen qualifizieren

Qualifizierung und Begleitung von Moderator*innen für die projektorientierte Lehre in den Ingenieurswissenschaften

Initiative HaerstStruktur GMP mit Start, Meilensteinen, Reflexionsterminen und Abschlusspräsentation (Bild: Ferdinand Haerst/TH Köln)

In der Fakultät für Anlagen, Energie- und Maschinensysteme  können die Studierenden Projekt- und Teamarbeit z.B. im Modul Gemeinschaftsprojekte (GMP) lernen. Dort arbeiten sie in Teams von 10-12 Studierenden an ingenieurwissenschaftlichen Fragestellungen. Bewertet wird nicht nur das Ergebnis sondern auch der Prozess der Teamarbeit. Im Prozess werden die Gruppen von Moderator*innen begleitet. Diese Moderator/*nnen werden von der Fakultät als Tutor*innen eingestellt, qualifiziert und begleitet. Sie haben keinen fachlichen Auftrag und sollen die Gruppen auch nicht leiten, sondern dabei unterstützen typische Herausforderungen einer Gruppen-Projektarbeit – wie z.B. die Verteilung der Arbeitslast, die Verständigung über Ziele, die eigene Leistungseinschätzung und die anderer, der Umgang mit Konflikten – zu erkennen, zu reflektieren und zu meistern.

Ferdinand Haersts Ausgangsfrage lautete:
Was müssen Moderator*innen können, damit sie eine Gruppe bei der selbständigen Bearbeitung eines Projekts unterstützen können? Wie können sie das lernen? Und wie sollten sie selbst bei ihrer Arbeit begleitet werden?

Ich arbeite gerne im Team und freue mich über Anregungen von außen. Daher ist mir der direkte Austausch mit den Studierenden, den Moderator*innen sowie den Auftraggeber*innen so wichtig. Insbesondere die Rückmeldungen der Studierenden fließen unmittelbar in die ständige Seminarweiterentwicklung ein.
Am schwersten fällt mir, die Kontrolle abzugeben und den Kontakt zu den Studierenden zu verlieren. Daher ist mir eine sehr enge und gute Begleitung der Moderator*innen so wichtig, um die Qualität und Nachhaltigkeit der Lernerfahrungen für die Studierenden hochzuhalten.“

Die Eckdaten zum Modul GMP
Studiengang: Bachelor; 5./6. Fachsemester
Zeitlicher Rahmen: 1 Semester
Credit Points (CP): 5
Workload: 150 h
Teilnehmerzahl: 80-100 Studierende
Gruppengröße: 10-12 Studierende
Moderator*in (Begleiter*innen der Gruppen): je eine(r) pro Gruppe 
Anzahl der Moderator*innen: 8-10 pro Semester

+ Weitere Beschreibung des Vorhabens

Im Modul Gemeinschaftsprojekt werden die Projektthemen von Auftraggebern und Auftraggeberinnen vergeben. Dies sind Professor*innen oder wissenschaftliche Mitarbeiter*innen aus Forschungsprojekten aus dem Institut LTRE der Fakultät für Anlagen, Energie- und Maschinensysteme. Vereinzelt werden auch Themen von externen Firmen einbezogen. Die Projektthemen sind dabei offen genug gestaltet, dass die Studierenden ihre eigene Fragestellung herausarbeiten müssen.
Über mehrere Jahre hat Ferdinand Haerst die Projektgruppen begleitet. Im Rahmen von ProfiL² wurden die Projekte zu einer obligatorischen Veranstaltung in weiteren Studienrichtungen erklärt. Daher ist die Zahl der zu begleitenden Gruppen pro Semester von 2 - 3 auf 7 - 10 gestiegen.
Ferdinand Haerst stellte sich die Frage, wie er die Begleitung der Gruppen auf mehrere Schultern verteilen kann und dabei die Qualität der Begleitung gewährleisten kann.
Er entschied sich, Moderator*innen für die Begleitung der Gruppen zu qualifizieren und diese selbst zu begleiten. Das Konzept für die Qualifizierung und Begleitung der Moderator*innen entwickelte er zusammen mit Susanne Gotzen vom Kompetenzteam Hochschuldidaktik.

Das Ergebnis
Ein viertägiger Workshop ist die Basis für die Qualifizierung der Moderator*innen. Während des Semesters finden drei Treffen zur kollegialen Beratung sowie ein Abschlusstreffen zur Gesamtreflexion statt. 
Das Konzept, das dabei entstanden ist, ist im Neuen Handbuch Hochschullehre veröffentlicht. Den Artikel können Sie hier online abrufen Einsatz und Begleitung von Moderatoren in Projektveranstaltungen.

Literatur:
Gotzen, Susanne; Haerst, Ferdinand: Einsatz und Begleitung von Moderatoren in Projektveranstaltungen. In: Berendt, B.; Fleischmann, A.; Schaper, N; Szczyrba, B. und Wildt, J. (Hrsg.): Neues Handbuch Hochschullehre, Griffmarke E 4.7. Berlin 2015.

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