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Prof. Dr. Hartmut Reinhard

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Wirtschafts- und Rechtswissenschaften
Schmalenbach Institut für Wirtschaftswissenschaften (WI)

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Unternehmenskooperationen Logistik

ProfiL²-Woche + Strategisches Controlling = Target Costing mit der Ford-Werke GmbH

Studierende bei der Ford-Werke GmbH (Bild: Julia Ebeling/TH Köln)

Strategisches Controlling in der Profil²-Woche: Die Ford-Werke GmbH kommt wieder zu Besuch und bringt eine Fallstudie aus dem „echten“ Controlling-Alltag mit. Die Aufgabe: Target Costing für ein neues Fahrzeug.

Erfahrungsbericht einer Studierenden: Montag, acht Uhr dreißig, der Seminarraum ist gut gefüllt. Wir sind fast fünfzig Studierende, die in diesem Semester das Modul „Strategisches Controlling“ belegt haben und unsere theoretischen Kenntnisse in den kommenden Tagen an einer Fallstudie erproben dürfen. Unsere Aufgabe bekommen wir diesmal nicht von unseren Dozenten und aus keinem Lehrbuch, sondern von der Ford-Werke GmbH. Fünf Ford-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um Herrn Kamal Rhaouat (Manager Finance, Accounting & Taxes) werden uns durch das Projekt begleiten, gemeinsam mit den beiden Dozenten der TH Köln, Prof. Dr. Reinhard und Prof. Dr. Plein sowie Projektkoordinatorin Judith Friesenhahn.

Nach der allgemeinen Vorstellung setzen sich die Gruppen zusammen, wir erhalten unsere Aufgaben und es kann losgehen: Bald hat jeder von uns eine Menge Blätter vor sich, gefüllt mit Daten – unsere Arbeitsgrundlage. Die Zielvorgabe: Mit zwei Varianten des Kleinwagen-Klassikers Ford Fiesta sollen wir im kommenden Geschäftsjahr einen Gewinn von 100 Millionen Dollar erwirtschaften. Minuten später stecken wir schon mitten in der Arbeit. Wir überlegen, treffen Entscheidungen und verwerfen sie wieder, rechnen und diskutieren. Es gibt vieles zu beachten und zu bedenken. Welche Ausstattung wollen wir unseren Kunden bieten, beheizte Sitze, Spurassistenten oder ausgefallene Farben? Zu welchem Preis verkaufen wir unsere Modelle und wie wirkt sich das auf unsere Wettbewerbsposition aus? Das ist der erste Teil unserer Aufgabe, das Target Price Setting. Im zweiten Teil, dem Target Cost Setting, sind die Kosten zu untersuchen. Welche Kosten verursacht das einzelne Auto bei seiner Herstellung? Und welcher Gewinn bleibt übrig, wenn wir die Autos zum vorher bestimmten Preis verkaufen? Kann die Gewinnvorgabe mit unserem geplanten Programm erreicht werden? Lassen sich Kosten einsparen oder müssen wir unsere Strategie abändern?

All diese Fragen beschäftigen uns zweieinhalb Tage lang intensiv. Zum einen müssen wir richtig und genau rechnen, damit wir uns nicht durch Rechenfehler in die Irre leiten lassen und falsche Entscheidungen treffen. Gleichzeitig gilt es aber auch, strategisch zu denken, das Käuferverhalten einzuschätzen und die Konkurrenz im Auge zu behalten. Alles zusammen keine leichte Aufgabe, doch genau das wird auch später im Beruf von uns erwartet werden, schließlich belegen wir alle im Hauptstudium den Schwerpunkt Management und Controlling – vielleicht auch grade weil wir diese Kombination mögen.

Am Ende der Projektwoche geht es dann auf den Prüfstand: Wir haben die Ergebnisse unserer Überlegungen in einer Präsentation zusammengefasst und stellen sie unseren Kommilitonen, Professoren und natürlich auch den Ford-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor, die uns während der Arbeit als Mentoren zur Seite gestanden, Fragen beantwortet und Denkanstöße gegeben haben. Mit der Präsentation allein ist es diesmal aber nicht getan: Jede Gruppe muss im Anschluss eine ganze Reihe kritischer Fragen über sich ergehen lassen und spätestens jetzt zeigt sich, wie wichtig es ist, jede kleine Einzelentscheidung bewusst zu treffen, sie erklären und im Zweifel auch verteidigen zu können. Alle Studierenden wollen sich von ihrer besten Seite zeigen, das ist an diesem Tag deutlich zu spüren. Als Lohn für die Mühe dürfen wir nicht nur auf eine gute Note hoffen; die zwei besten Gruppen werden zusätzlich mit einer Einladung zu einer Führung durch das Stammwerk in Köln Niehl belohnt. Aber nicht nur das, neben der Werksbesichtigung hatten wir alle die Möglichkeit mit den Ford-Mitarbeitern strukturierte Personalgespräche über konkrete Praktikumsplätze, Einstiegsperspektiven und Weiterentwicklungen bei Ford bzw. generell im Finanzbereich zu führen.

Die TH Köln dankt den Mitarbeiterinnen und den Mitarbeitern der Ford-Werke GmbH herzlich für ihren Einsatz und ihr Engagement.

Text: Kathrin Brumm

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