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OK Lab Cologne

Marcel Belledin

OpenAir Cologne: Citizen Science für saubere Luft

Sie wohnen an einer verkehrsreichen Straße und wollen wissen, wie hoch dort der tägliche Stickstoffdioxid-Wert (NO2) ist? In dem Open-Data-Projekt OpenAir Cologne können Kölner Bürgerinnen und Bürger ganz leicht ihre eigenen NO2-Messungen durchführen – und die gewonnenen Daten gleichzeitig der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.

OpenAir Cologne ist ein Pilotprojekt von OK Lab Cologne, Everykey, der Stadt Köln und dem Institut für Nachrichtentechnik der TH Köln. Es ist offen für alle, die sich an der städtischen Umweltmessung beteiligen und auch eigene technische oder soziale Ideen einbringen wollen. Alles, was dazu nötig ist, ist die Bereitschaft, einen Sensor auf dem heimischen Balkon oder Fensterbrett aufzustellen und diesen zu vernetzen. Auf der Auftaktveranstaltung konnten Bürgerinnen und Bürger ihre Sensoren abholen und über die Nutzungsmöglichkeiten und weiteren Schritte diskutieren.

Prof. Büchel steht an einem Bildschirm und erklärt Zuhörern die SensorCloud.
Prof. Dr. Gregor Büchel erklärt die SensorCloud. (Bild: Monika Probst/TH Köln)

Der Sensor misst die Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie zwei Widerstandswerte für das NO2. Die gewonnenen Daten kann man je nach Wunsch am eigenen Computer oder über die Plattform www.openair.cologne einsehen. Dort werden die einzelnen Stationen anonym angezeigt (nur Straße und Stadtteil werden veröffentlicht) und mit den Daten der offiziellen Messstellen verglichen. Verwaltet und ausgewertet werden die Daten über die SensorCloud, einem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojekt unter der Leitung der Professoren Dr. Gregor Büchel und Dr. Georg Hartung.

Neben der Bereitstellung der IT ist die TH Köln für die wissenschaftliche Betreuung zuständig. 2018 sollen die Messdaten evaluiert werden. Dazu wird eine Kooperation mit dem Institut für Geophysik und Meteorologie der Universität zu Köln angestrebt.

Citizen Science für städtische Lebensqualität

Hinter der Initiative OpenAir Cologne steckt die Idee der „Citizen Science“: Bürger forschen und gestalten mit, um innovative Lösungen für mehr städtische Lebensqualität zu entwickeln. Insgesamt 100 Sensoren wollen die Initiatoren in Köln aufstellen. Angedacht ist außerdem, Kinder und Jugendliche für das Thema Umweltmessung zu begeistern. Auch hier können sich Bürgerinnen und Bürger mit Ideen und Engagement einbringen. Wer dagegen mehr Interesse an der Programmierung hat, kann jeden zweiten Montag im Monat die technische Weiterentwicklung im OK Lab mitgestalten. Das OK Lab ist ein freier Zusammenschluss von Softwareentwicklern.

Als gutes Beispiel, wie Open Data, Partizipation und Bürgerinformation miteinander kombiniert werden können, unterstützt das Land NRW OpenAir Cologne in seiner Förderstrategie OpenNRW. 

30.11.17

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