Gruppenarbeit

 (Bild: Johannes Sauer)

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Vorbereitung von Gruppenarbeit

Gruppen bilden

Als Dozierender haben Sie zwei Möglichkeiten, Gruppen zu bilden: entweder die Studierenden finden eigenständig zusammen oder Sie entscheiden die Zusammensetzung. Die Gruppen sollten aus maximal fünf Personen bestehen. Außerdem ist eine gewisse Heterogenität von Vorteil, beispielsweise bei den Vorkenntnissen, Interessen und Schwerpunkten. Die Gruppenmitglieder lernen so voneinander und erfahren, wie man Konflikte produktiv bearbeitet. 

Aufgaben gestalten

Grundsätzlich gibt es zwei Formen von Gruppenarbeit, denen unterschiedliche Aufgabentypen entsprechen. Beim kollaborativen Arbeiten bekommen alle Gruppenmitgliedern dieselbe Aufgabe. Prinzipiell könnten sie diese auch alleine lösen, die Zusammenarbeit erleichtert den Prozess aber. Beim kooperativen Arbeiten teilen Sie eine Gesamtaufgabe in verschiedene Einzelaufgaben auf, jedes Gruppenmitglied bearbeitet eine davon. Die Studierenden können die Gesamtaufgabe nur lösen, indem sie kooperieren und die verschiedenen Teillösungen zusammentragen. Die Aufgabe darf die Studierenden als Gruppe nicht über- oder unterfordern, sonst verpuffen die Chancen der Gruppenarbeit.

Durchführung und Betreuung mit Medienunterstützung

Inhaltliche Zusammenarbeit

Gruppenarbeit ist ein Prozess, bei dem die einzelnen Mitglieder kontinuierlich Inhalte zusammentragen, ergänzen und bearbeiten. Verschiedene elektronische Werkzeuge helfen, diesen Prozess übersichtlich zu gestalten.

Eine Möglichkeit sind Wikis, eine Art Online-Lexikon. Hier können die Studierenden bei kooperativer Arbeit einen Artikel zur Gesamtaufgabe der Gruppe erstellen. Die einzelnen Gruppenmitglieder erfüllen ihre Teilaufgabe, indem sie innerhalb des Artikels ein Kapitel zu ihrem Thema erstellen. Sind alle Kapitel fertig, können die Studierenden diese besser aufeinander abstimmen.

In Blogs kann die Gruppe ebenfalls Einblicke in die laufenden Arbeiten geben. Sie können die Studierenden bitten, in regelmäßigen Zeitabschnitten einen Beitrag zu verfassen. Dieser kann vielerlei beinhalten: bisherige Ergebnisse, eine Übersicht über das weitere Vorgehen oder Probleme, die beim Arbeiten auftraten. Je nach Aufgabenstellung können die Gruppen ihre Blog-Beiträge immer gemeinsam erstellen oder aber jeweils alleine Beiträge verfassen.

Kommunikation

Um die beschriebene Zusammenarbeit zu koordinieren, können die Studierenden auf elektronische Kommunikationsmedien zurückgreifen. Auch der Austausch zwischen Studierenden und Lehrkräften wird so erleichtert.

Wichtig ist, dass Sie den Studierenden vorab erklären, welche Kommunikationsmedien für welchen Zweck genutzt werden sollten und wie sie auf diese zugreifen können. Es gibt synchrone und asynchrone Kommunikationsmedien. Synchrone Kommunikation findet in Echtzeit statt, asynchrone zeitversetzt. Beispiele für synchrone Kommunikation sind Videokonferenzen oder Chats, Beispiele für asynchrone sind E-Mails oder Online-Foren.

Wie Sie die verschiedenen Medien einsetzen, hängt von den Lernzielen Ihrer Veranstaltung und der Aufgabenstellung ab - Patentrezepte gibt es hier nicht! Die Mitglieder einer Gruppe können sich beispielsweise per Videokonferenz über inhaltliche und organisatorische Aspekte austauschen. Sie können damit aber auch ein gemeinsames Seminar an zwei verschiedenen Hochschulen ermöglichen. Diskussionen in Online-Foren erreichen nicht nur die aktiv Beteiligten, sondern auch viele Mitleser. Dadurch werden beispielsweise häufig aufkommende Fragen nicht immer wieder gestellt. Lehrkräfte können so außerdem frühzeitig eine FAQ-Liste mit typischen organisatorischen Fragen und den passenden Antworten einstellen.

Betreuung

Mit der Verantwortung auf Seiten der Studierenden steigt bei der Gruppenarbeit auch der Bedarf einer begleitenden Betreuung durch Sie als Lehrkraft. Wenn die Studierenden ihre Inhalte mit elektronischen Medien bearbeiten, bekommen Sie laufend Einblicke in den Arbeitsprozess der Gruppen. Diese Informationen können Sie nutzen, um etwaige Defizite oder Komplikationen frühzeitig zu erkennen und aktiv gegenzusteuern.

Hierbei helfen Ihnen wiederum die beschriebenen Kommunikationsmedien. Sie können den Studierenden beispielsweise per E-Mail Rückmeldungen auf ihre Beiträge in Wikis oder Blogs geben. In Online-Foren können Sie Diskussionen passend eröffnen, Argumente der Studierenden hinterfragen oder bisherige Positionen und Ergebnisse zwischendurch zusammenfassen. Videokonferenzen eignen sich hervorragend für Sprechstunden mit Gruppen oder einzelnen Studierenden. Die Teil- und Endergebnisse aus Blogs und Wikis können Sie sogar als Leistungsnachweis verwenden - lesen Sie mehr dazu in unserem Anwendungsszenario E-Prüfungen.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Motiviertere Studierende durch steigende Eigenverantwortung
  • Kommunikationsmedien sparen Zeit und Kosten, z.B. für Anfahrt
  • Virtuelle Bearbeitung der Aufgabe gibt Aufschluss über Lernfortschritte, -wege und -defizite
  • Medien und Werkzeuge geben Rahmen vor, sind aber gleichzeitig verknüpfbar und flexibel
  • Lernen von Zusammenarbeit in heterogenen Gruppen
  • Praxisnah: Kommunikation und Konfliktbearbeitung auch im Arbeitsleben
  • Komplexere Aufgabenstellung möglich
  • Unterschiedliche Sichtweisen und Lösungsansätze
  • Medienkompetenz für Berufs- und Privatleben von Vorteil

Nachteile

  • Missverständnisse bei manchen Kommunikationsmedien möglich, da nonverbale Signale fehlen
  • Einarbeitungszeit für verwendete Technik nötig (Lehrkräfte und Studierende)
  • Erfordert mehr Flexibilität der Lehrkräfte
  • Bei unangemessener Aufgabenstellung demotivierte Studierende
  • Bei mangelnder Konfliktlösungskompetenz Scheitern möglich

Technische Umsetzung

Videokonferenzen

Unser Anwendungsszenario Videokonferenzen erklärt Vor- und Nachteile, verschiedene Einsatzmöglichkeiten und wie Sie diese mit dem Programm Adobe Connect umsetzen können. Beschrieben werden Online-Sprechstunden, Videokonferenzseminare und Veranstaltungen mit externen Referenten.

Foren und Chats

In ILIAS können Sie Foren und Chats erstellen und verwalten. Wie das geht, erklärt die ILIAS-Hilfsseite für Foren und für Chats.

Wikis

Auf der ILIAS-Hilfsseite finden Sie eine Anleitung, wie sich Wikis in ILIAS erstellen lassen. Informationen zu weiteren Wiki-Programmen und Einsatzmöglichkeiten erhalten Sie auf E-Teaching.org.

Blogs

Auch Blogs lassen sich in ILIAS anlegen, mit anderen Nutzern teilen und bearbeiten. Wie Sie diese erstellen und bearbeiten, erklärt die ILIAS-Hilfsseite. Weitere Informationen erhalten Sie auf E-Teaching.org, zum Beispiel über alternative Blog-Systeme zu ILIAS oder die Einsatzmöglichkeiten von Blogs.

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