Keynotes

Auf diese Keynotes können Sie sich bei der dghd17 freuen:

Dieter EulerDieter Euler (Bild: Dieter Euler)

„Pädagogische Hochschulentwicklung zwischen Vision und Illusion“

Hochschulen sind Expertenorganisationen mit einem besonderen Zuschnitt: Wissenschaftler legitimieren sich primär über ihre Expertise, durch innovative Forschung neues Wissen zu schaffen. Sie sind eingebunden in eine kollegiale Kultur, in der sie ein hohes Maß an Freiheit genießen. Initiativen zur Entwicklung von Lehre und Studium stehen daher vor der Herausforderung, Lehrende für Veränderungen in Bereichen zu motivieren, die häufig nicht ganz oben auf ihrer Agenda stehen.

Sind ambitiöse Erwartungen im Hinblick auf die Verbesserung von Lehre und Studium vor diesem Hintergrund nicht eine Illusion? Entsprechen die Aktivitäten der Hochschuldidaktik häufig nicht einem „Vollgas im Leerlauf“ und konvertieren bestenfalls die Konvertierten? 

Der Vortrag nimmt die Spannungsmomente einer pädagogischen Hochschulentwicklung auf und stellt erfahrungsbasiert Thesen zur Gestaltung von Veränderungsprozessen in Lehre und Studium zur Diskussion.


Dieter Euler ist Professor für Educational Management an der Universität St. Gallen. Seine Schwerpunkte sind Wirtschaftspädagogik, Bildungsmanagement und Hochschulentwicklung. Seine Keynote findet am Mittwoch, 8. März 2017 statt.

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Gabi ReinmannGabi Reinmann (Bild: Gabi Reinmann)

„Vom Eigensinn der Hochschuldidaktik“

Der Vortrag macht sich stark für den Begriff der Didaktik und für einheimische didaktische Begriffe, weil mit dem Verlust der Begriffe auch die Sache verschwindet. Er wird der Idee der Hochschuldidaktik Ausdruck verleihen, weil ohne identitätsstiftende Idee keine selbständige Entwicklung möglich ist. Und er soll die Hochschuldidaktik als wissenschaftliche Disziplin hochhalten, weil Hochschulbildung ohne Forschung zum Spielball anderer Interessen wird. So erklärt sich auch der Titel des Vortrags und der Grund, warum vom Eigensinn der Hochschuldidaktik die Rede ist - Eigensinn in zwei Bedeutungsvarianten: als eigener Sinn und Eigensinnigkeit.

Gabi Reinmann ist Professorin für Lehren und Lernen an der Hochschule, leitet das Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen und hat die wissenschaftliche Leitung des Schwerpunkt Hochschuldidaktik inne. Ihre Keynote findet am Donnerstag, 9. März 2017 statt.

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Manfred Prenzel
Manfred Prenzel (Bild: Manfred Prenzel)
„Erfolgreich studieren – wie können die Hochschulen die Qualität der Lehre verbessern?“

Gute Lehre und Studienerfolg liegen nicht nur in der individuellen Verantwortung der Lehrenden, sondern vor allem auch in einer institutionellen Verantwortung der Hochschulen. Welche Rahmenbedingungen und Strukturen können diese schaffen, um die Qualität der Lehre nachhaltig zu stärken? Wie können die Hochschulen bildungspolitische Reformen wie „Bologna“ so umsetzen, dass sie ein eigenes Profil ausprägen und den Studierenden entsprechende Kompetenzen vermitteln? Im Vortrag wird aufgezeigt, wie institutionelle Strategien die Qualität der Lehre verbessern und ein erfolgreiches Studium fördern können.

Manfred Prenzel ist Professor für Empirische Bildungsforschung an der TU München. Von 2009 bis 2014 war er Gründungsdekan der TUM School of Education, in der Öffentlichkeit ist der Name des Bildungsforschers seit Beginn der 2000er Jahre eng mit der internationalen Schulleistungsstudie PISA verbunden. Von Juli 2014 bis Ende 2016 war er Vorsitzender des Wissenschaftsrats.

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Oliver ReisOliver Reis (Bild: Oliver Reis)

„Welche Praxis brauchen Werte in der Hochschulbildung?“

Der Wissenschaftsrat hat in seinen „Empfehlungen zum Verhältnis von Hochschulbildung und Arbeitsmarkt" von 2015 drei Dimensionen der Hochschulbildung ausgemacht: (Fach-)Wissenschaft, Persönlichkeitsbildung und Arbeitsmarktvorbereitung.

Zu der Persönlichkeitsbildung zählt der Wissenschaftsrat „Ziele, die die Entwicklung einer fachlichen Identität sowie eines wissenschaftlichen und beruflichen Ethos befördern oder auf eine Verantwortungsübernahme im Beruf und im gesellschaftlichen Leben vorbereiten sollen" (S. 9).


Da ein Ethos die Habitualisierung von Werten meint, wäre schon die fachliche Hochschullehre in diesem Sinne wertbezogen. Auch die Kompetenzorientierung spricht die Einstellungen und Haltungen als Kompetenzbestandteil an und fordert die Lehrenden dazu auf, den Wertbildungsprozess der Studierenden anzuregen.

Verstößt diese Forderung nicht gegen die Wertneutralität von Wissenschaft? Wird Lehre damit zum Gesinnungsunterricht? Welche Werte sind eine legitime Orientierung? Und wie kann überhaupt in der gegenwärtigen Lehre ein Raum für solche Fragen geschaffen werden? Auf der Meta-Ebene wäre der Frage nachzugehen, wie sich die Hochschuldidaktik zu der Wertefrage verhält: Reflektiert sie die Werteebene ausreichend in den Konzepten, wie gute Fachlehre geht? Und noch fundamentaler: Reflektiert sie in
ihrer eigenen Lehr- und Weiterbildungspraxis ihre Modellfunktion im Umgang mit den eigenen Werten? Welche Werte prägen eigentlich die gegenwärtige Hochschuldidaktik?
 

Oliver Reis ist Professor für Religionspädagogik unter besonderer Berücksichtigung von Inklusion an der Universität Paderborn und seit 2003 deutschlandweit Referent zu Fragen des Hochschullehren und -lernens für theologische und außertheologische Studiengänge; spezieller Schwerpunkt ist eine kompetenzorientierte Studiengangsentwicklung. Seine Keynote findet am Freitag, 10. März 2017 statt.

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