Kein Tag wie der andere – Praktikum bei einer Agentur für Unternehmenskommunikation in New York

Skyline von New York (Bild: Peter Holtschlag, Student am ITMK)

Peter Holtschlag, Student der Mehrsprachigen Kommunikation, hat sein obligatorisches Auslandssemester in Form eines 6-monatigen Praktikums bei Crystal McKenzie, Inc. in New York, USA, absolviert. Wir haben ihn interviewt:


Herr Holtschlag, wieso haben Sie sich für die USA entschieden?

Schon zu Beginn des Studiums war für mich klar, dass ich mein Auslandssemester gerne im englischsprachigen Ausland verbringen möchte. Deshalb habe ich mich nach Praktikumsplätzen in den USA umgesehen. Dabei war mir erst einmal egal, in welche Stadt es genau geht. Mich haben neben der Sprache die Kultur und die spannenden beruflichen Möglichkeiten interessiert.

Geben Sie uns einen kurzen Einblick in den Tätigkeitsbereich Ihres Arbeitgebers?

Die Agentur Crystal McKenzie betreut Kunden in den Bereichen Unternehmenskommunikation, Marketing und Marktforschung. Außerdem berät das Team Architekten und Ingenieure bei der Gestaltung von Beschilderungssystemen (wie zum Beispiel an Flughäfen).  

Was waren Ihre Aufgaben als Praktikant?

Vom ersten Tag an hatte ich viele verschiedene Aufgaben. Von Woche zu Woche durfte ich mehr Verantwortung übernehmen. Zu Beginn durfte ich bei Meetings Protokolle verfassen oder mich auf Veranstaltungen mit potenziellen Kunden unterhalten. Während der zweiten Hälfte des Praktikums habe ich dann an einem Umweltprojekt für die Stadt New York gearbeitet. Bei der Erarbeitung des Konzepts konnte ich meine Kreativität einbringen, mich mit Experten unterhalten und anschließend auch die Ideen umsetzen. 

Welche Kenntnisse, die Sie in Ihrem bisherigen Studium am ITMK erworben haben, konnten Sie während Ihres Praktikums anwenden/vertiefen?

Während des Praktikums habe ich gesehen, dass es die richtige Entscheidung war, den Schwerpunkt Wirtschaft zu wählen. Unser Studiengang ist gerade bei den Wirtschaftskommunikationsvorlesungen sehr anwendungsorientiert. Sprachlich war ich dadurch sehr gut auf meine Aufgaben vorbereitet.

Welche Kenntnisse haben Sie neu erworben?

Während der sechs Monate haben sich sowohl meine Englisch- als auch meine Fachkenntnisse verbessert. Besonders wichtig fand ich es, die kulturellen Unterschiede zwischen den USA und Deutschland im Berufsleben hautnah zu erfahren. Auch wenn unser Studiengang praxisorientiert ist, geht das nur vor Ort.

Wie war das Arbeitsklima in der Firma?

Das Arbeitsklima war sehr gut. Die Arbeitskolleginnen und -kollegen haben mich behandelt, als wäre ich schon lange Teil des Unternehmens. Der Arbeitsrhythmus variierte, weil die Agenturarbeitszeiten in einer Stadt wie New York oft auch außerhalb des typischen 9-to-5-Jobs liegen.  

Hat Sie das Praktikum in Sachen Berufs-/Masterstudiengangswahl weitergebracht?

Meine neuen Kenntnisse und Erfahrungen werden mir im Berufsleben definitiv weiterhelfen. Das Praktikum hat meine vorherigen Erfahrungen bestätigt und meinen Wunsch verstärkt, in der Unternehmenskommunikation zu arbeiten.

Wie hat Ihnen der Ort/die Umgebung gefallen?

Ich könnte mir keinen spannenderen Ort für die sechs Monate vorstellen. Besonders hat mir die Vielfalt New Yorks gefallen. Alle Stadtteile und Nachbarschaften haben ihre eigenen Attraktionen, ihre eigenen Probleme und ihren eigenen Charme. Das U-Bahn-Netz verbindet sie miteinander. Ich habe in Flatbush/Brooklyn gewohnt. Die Nachbarschaft ist sehr karibisch geprägt. Die Straßen und Häuser sind bunt, oft duftet es nach karibischem Hähnchen-Curry und an der nächsten Ecke auch gerne mal nach dem, was sonst so unter die Rubrik "jamaikanische Spezialitäten" fällt. Kurz nach meiner Ankunft war die alljährliche Labor Day Parade, bei der die bunt-kostümierten Teilnehmer mit lauter Musik durch die Straßen zogen.  

Rund um meinen Arbeitsplatz in Manhattan hat New York ein ganz anderes Gesicht als in Flatbush. Die Häuser sind höher und das Leben hektischer: Business, Tourismus, Business, Tourismus. Gerade in Mid- und Downtown ist die Stadt dadurch sehr dynamisch.

Was sollte man in New York unbedingt gesehen oder erlebt haben?

Die Liste der Sehenswürdigkeiten ist lang. Deshalb kann ich jedem empfehlen, etwas Zeit mitzubringen, um das Phänomen New York zu verstehen. Gerade abseits der typischen Reiseführerstrecken ist es spannend.

Bei warmem Wetter kann ich gegen Abend "The Brooklyn Barge" empfehlen. Es ist eine Mischung aus Boot und Steg, die in Brooklyn im East River liegt.

Wer Spaß an Sport hat, ist in New York genau richtig. Neben den Möglichkeiten, selbst sportlich aktiv zu werden, kann man sich die Spiele von bis zu acht NBA-, NFL-, MLB- und NHL-Mannschaften anschauen. Auch die US-Open in Flushing Meadows waren für mich als Sportfreak ein einmaliges Erlebnis.  

Gab es für Sie spürbare kulturelle Unterschiede?

Insgesamt war ich von der Freundlichkeit der Menschen angetan. Auch wenn New Yorker in den USA als eher unfreundlich gelten, konnte ich viele positive Erfahrungen sammeln. Viele Menschen haben ein großes Talent für Smalltalk und zelebrieren ihn. Ein "Oh, interesting" des Gegenübers sollte man nicht überbewerten und eher als Indikator dafür sehen, dass man möglichst schnell das Thema wechseln oder die Geschichte interessant machen sollte. Da wünscht man sich dann schon manchmal die "deutsche Direktheit".  

Wir freuen uns auch über eine kleine Anekdote:

In Brooklyn konnte ich den Prospect Park gut erreichen, um eine Runde zu joggen. Im Augenwinkel überholte einen dann schon einmal ein Kinderwagen. Joggend trieb die Mutter den Wagen mit der rechten Hand in Schüben nach vorn, gleichzeitig telefonierte sie mit ihrer Arbeitskollegin und nahm noch eben einen Schluck aus der Trinkflasche, die sie in der linken Hand hielt. Willkommen in der Stadt der Selbstoptimierung!

Ihr Fazit:

Sechs Monate in einer Metropole wie New York verbringen zu können, ist ein Privileg und eine tolle Erfahrung. Dafür bin ich sehr dankbar! Man lernt die Stadt aus vielen unterschiedlichen Perspektiven kennen. Dadurch, dass ich im September angefangen habe, konnte ich erst das spätsommerliche New York erleben. Der Winter wurde dann von der Weihnachtszeit geprägt, die in New York einmalig ist.

Sechs Monate Praktikum sind ein sehr guter Zeitraum, um sich in so einer Stadt so einzuleben, dass man sich nicht wie ein Tourist fühlt. Durch mein Praktikum konnte ich viele Erfahrungen sammeln, die mir auf dem Weg durch mein Studium und in den Beruf weiterhelfen. Mein Englisch konnte ich verbessern und viel über die Unterschiede zwischen dem Geschäftsleben in den USA und Deutschland lernen. Besonders gefallen hat mir, dass das Praktikum sehr vielfältig war. Kein Tag war wie der andere. Außerdem fand ich es toll, dass meine Arbeitskollegen sehr großes Vertrauen in mich hatten. So konnte ich am Ende Aufgaben meistern, die ich mir zu Beginn des Praktikums nicht zugetraut hätte.

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