FH-Chor: Robbie, Abba und Jamaica Jupp

Der FH-Chor bei der Probe (Bild: Yvonne Klasen/ FH Köln)

Das verflixte siebte Jahr haben sie jetzt hinter sich: Seit 2006 gehen Thomas Schwagers und der Chor der FH Köln jetzt schon gemeinsame Wege. Zusammen haben sie Dutzende Auftritte über die Bühne gebracht: vom großen Aula-Konzert über die Erstsemesterbegrüßung bis hin zu kleinen, spontanen Straßen-Jams im Sommer.

Sie haben Stücke von Robbie Williams, den Ärzten oder Emiliana Torrini einstudiert – was mal mehr und mal weniger mühsam war. Doch sie haben noch nicht genug voneinander: "Es gibt immer wieder den Moment, wenn diese ganz besondere Dynamik zwischen dem Chorleiter und den Sängern entsteht. Das ist toll. Chor ist toll", sagt Thomas Schwagers, der tagsüber an einem Gymnasium in Bornheim Musik und Geschichte unterrichtet und zudem einen Lehrauftrag an der Musikhochschule hat.

Auch Merle Sievers ist mit dem Chor eine ziemlich feste Beziehung eingegangen: "Ich habe in meinem ersten Semester an der FH angefangen. Inzwischen bestehen große Teile meines Freundeskreises aus dem Chor". Mittlerweile hat sie den Abschluss als Online-Redakteurin in der Tasche – aber nach dem Studium ist für sie noch längst nicht Schluss mit Chor: "Natürlich mache ich weiter", betont die 24-Jährige. Neben Studierenden singen auch Ehemalige, Mitarbeiter der Verwaltung und Dozenten mit. Für die Noch-Studentin Merle markieren die einwöchigen Proben (immer dienstags um 20 Uhr im Mevissen-Saal) den Rhythmus der Woche, wie sie sagt. "Und es gefällt mir, dass sich hier jeder genauso stark einbringen kann, wie er möchte".

Beim Chor der FH stehen die Probentüren jeden Dienstagabend offen.Beim Chor der FH stehen die Probentüren jeden Dienstagabend offen. (Bild: Thilo Schmuelgen/ FH Köln)

So sieht das der Chorleiter: "Keiner muss vorsingen. Die Probentüren stehen jedem offen. Allerdings gibt es daher eine relativ große Fluktuation und ich arbeite mit dem, was da ist. Aber das klappt schon: Die alten Hasen tragen die weniger erfahrenen Sänger – und ich versuche, eine Balance zwischen ihnen zu finden. Ich glaube, es tut jedem gut, im Chor zu singen. Man ist aktiv, macht etwas gemeinsam, gleichzeitig muss man ein Ohr für die anderen haben – und sich manchmal auch richtig anstrengen."

Etwas anstrengender als sonst wird es für das Ensemble immer zu Jahresbeginn: Dann steht das große Neujahrskonzert an. Vorbereitet werden die Konzerte immer bei einem Proben-Wochenende im Kölner Umland. Das wird, wie so vieles andere auch, von den Chormitgliedern selbst organisiert. Da es für den Hochschulchor nicht ganz einfach ist, alleine ein abendfüllendes Programm zu stemmen, sucht Thomas Schwagers – durch seine diversen Bands gut vernetzt in der Kölner Musikszene – meistens nach musikalischen Partnern: So ist der FH-Chor schon zusammen mit dem Jazz-Chor der Uni, der kölschen Reggae-Band Jamaica Jupp, Pianisten und Akkordeon-Spielern aufgetreten. Die Arrangements schreibt Schwagers oft selbst. "Mit Tom ist Chorsingen cool", lobt Merle. "Das moderne Repertoire zieht." Sie wünscht sich als nächstes Stück einen Song von Abba. "Da muss ich ihn noch überzeugen und einen guten Moment bei ihm abpassen." Man kann ja über alles reden. Wie in jeder guten Beziehung eben. Apropos: Vor allem Männer sucht der Chor eigentlich immer – es darf dann auch gerne etwas Festes werden.

Text: Anna Beerlink

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