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Lisa-Marie Friede

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Zentrum für Lehrentwicklung
Team Hochschuldidaktik

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Call for Papers: Hybride Lehre in den Fächern und im Lehramt

FIHN_Teaser_L (Bild: Andreas Wrede/TH Köln)

Einladung zur Mitwirkung als Autor*in an einem Band im Rahmen der Cologne Open Science-Schriftenreihe „Forschung und Innovation in der Hochschulbildung“ (FIHB)

Reinhard Hochmuth / Tabea Becker/ Leander Kempen (Hrsg.)

Hybride Lehre in den Fächern und im Lehramt. Forschung als Impuls für eine fach- und studiengangbezogene Lehrentwicklung an Hochschulen

1. Worum geht es?

Die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie haben dazu geführt, dass die Lehre seit dem Sommersemester 2020 an Hochschulen in Deutschland in der Regel nicht in Form von Präsenzveranstaltungen stattfinden kann. Die Hochschulen scheinen diese Vorgabe schnell umgesetzt zu haben, indem sie eine große Bandbreite an lokalen Lösungen für die ad hoc-Umstellung auf digitale Lehre gefunden haben. So war es den meisten Studierenden möglich, Lehrveranstaltungen online zu besuchen und Studien- bzw. Prüfungsleistungen zu erbringen.

Hochschullehre ist dadurch in jedem Fall vielfältiger geworden. Für die weitere Zukunft der universitären Lehre stellt sich nun die Frage, welche Chancen und Potenziale, aber auch Herausforderungen mit zunehmend hybrider Hochschullehre verbunden sind. Inwieweit können Präsenzveranstaltungen sinnvoll durch digitale Formate, weitere Lernorte und informelle Lernprozesse ergänzt werden?  Dies berührt sowohl die methodisch-didaktische wie insbesondere auch die fachliche Ausgestaltung hybrider Lehrkonzepte. Für das Erreichen positiver Wirkungen bedürfen Konzepte digital gestützten Lernens und Lehrens zunächst fachbezogener Konkretisierungen (Crawford et al., 2016). Darüber hinaus müssen auch die didaktische Qualität und die veranstaltungsbezogene Einbettung digitaler Lernangebote fokussiert werden (Getto et al., 2018). Und nicht zuletzt verlangt ein orts- und zeitunabhängiges eigenverantwortliches Lernen im Selbststudium bekanntermaßen ein auf die Nutzer*innen zugeschnittenes Feedback, um kognitiv aktivierend wirken zu können (Ras et al., 2016): Es besteht sonst die Gefahr, dass sogenannte ‚low-achiever‘ das Angebot nur oberflächlich wahrnehmen (Schneider & Preckel, 2017).

Anhaltspunkte für durchaus erfolgreiche Gestaltungsmöglichkeiten versprechen die zahlreichen Untersuchungen, die in Reaktion auf die Ausnahmesituation an den Hochschulen durchgeführt wurden. Hierzu gehören insbesondere Befragungen von Studierenden und Lehrenden, die Einblick darin geben, wie die Beteiligten die universitäre Lehre seit dem Sommersemester 2020 wahrgenommen haben, genauso wie hochschulübergreifende Untersuchungen bzgl. ausgewählter Zielgruppen bzw. spezifischer Fragestellungen. Das Methodenspektrum reicht dabei von quantitativen Fragebogenerhebungen über qualitative Interviewstudien bis hin zur systematischen Selbstbeobachtung involvierter Akteur*innen.

Die auf diesem Weg gewonnenen Einblicke auf digitale bis hin zu hybrider Lehre sind Gegenstand des geplanten Sammelbandes, wenn sie diese auch mit Blick auf die Förderung spezifisch fachlicher und/oder lehramtsbezogener Kompetenzentwicklungen reflektieren. In diesem Band sollen ganz unterschiedliche Ansätze hochschuldidaktischer Forschung (Jenert, Reinmann & Schmohl, 2019; Szczyrba & Schaper, 2018) gesammelt werden, um der Frage nachzugehen, welche Implikationen sich aus den empirischen Daten für die hybride Hochschullehre in den Fächern und im Lehramt und deren jeweiligen Spezifika ableiten lassen.


2. Fragestellungen

Empirisch fundierte Erkenntnisse bedeuten im (hochschul-)didaktischen Kontext nicht selten eine gewisse Herausforderung, gilt es doch, viele Faktoren zu berücksichtigen, wenn der Komplexität von Lehr-Lernsituationen angemessen Rechnung getragen werden soll. Der Anspruch des Bandes ist es, über praxisorientierte Erfahrungsberichte oder rein deskriptive Befunde hinauszugehen und mittels empirischer Daten Implikationen für die Lehrentwicklung in den Fächern und im Lehramt abzuleiten. Hierzu können vielfältige Methoden genutzt werden, wie quantitative Fragebogenerhebungen, qualitative Interviewstudien, systematische Selbstbeobachtung oder systematische Dokumentation von Aktivitäten.

Entsprechende Kriterien zur Annahme von Beiträgen sind:

  • das fokussierte Thema in den entsprechenden Fachdiskurs der Hochschuldidaktik einzuordnen und in Form von Forschungsfragen zu konkretisieren,
  • das methodische Vorgehen zur Bearbeitung der Forschungsfragen darzulegen (z.B. Datenbasis, Erhebungsinstrumente, Auswertungsverfahren),
  • die Untersuchungsergebnisse nachvollziehbar und transparent vorzustellen,
  • die Ergebnisse mit Bezug zum Fachdiskurs zu diskutieren und auf eventuelle Limitationen bzw. weiteren Untersuchungsbedarf einzugehen,
  • praktische Implikationen für die Hochschuldidaktik aufzuzeigen bzw. auf übergeordneter Ebene zu veranschaulichen, wie die Ergebnisse für die Hochschulentwicklung genutzt werden können.

+ Aspekte und Fragen, die in den Beiträgen adressiert werden könnten, betreffen etwa:

  • Wissensvermittlung: Welche methodisch-didaktischen Lösungen wurden für die synchrone/asynchrone Wissensvermittlung gefunden? Inwieweit haben sich diese bewährt und lassen sich in Zukunft fortschreiben?
  • Aktivierung: Wie können die Lernaktivitäten der Studierenden im digitalen Raum sinnvoll angeregt und ihre Lernprozesse begleitet werden?
  • Betreuung: Wie haben sich die Formen und der Aufwand für die Betreuung verändert? Welche Lösungen wurden für die digitale Kommunikation mit Studierenden gefunden?
  • Lehrkonzepte: Auf welche digitalen Lehrkonzepte und zuvor gesammelte Erfahrungen konnte zurückgegriffen werden? Inwieweit wurde die Umstellung auf digitale Lehre als Impuls zur Weiterentwicklung von Lehrkonzepten genutzt?
  • Learning Outcomes: Inwieweit konnten die Ziele von Lehrveranstaltungen seit dem Sommersemester 2020 erreicht werden? Welche Unterschiede sind zu den Lernergebnissen vorheriger Kohorten festzustellen?
  • Zielgruppen: Lassen sich Studierendengruppen identifizieren, die mit der Umstellung auf digitale Lehre besser/schlechter zurechtgekommen sind? Welche Faktoren erweisen sich hier als förderlich/hinderlich?
  • Lehr-/Lernkompetenzen: Welche Rolle spielen die Kompetenzen und die Einstellung zur digitalen Lehre auf Seiten von Studierenden und Lehrenden bei der Umstellung auf digitale Lehre? Inwieweit haben die neuen Herausforderungen zur Erweiterung der Lehr- und Lernkompetenzen geführt?
  • Lehr- und Studienorganisation: Wie gehen Fachbereichsleitungen und -verwaltungen mit den Befragungsergebnissen zur digitalen Lehre um? Welche Schlüsse ziehen sie daraus für das nächste Semester oder darüber hinaus gehend?
  • Gestaltung von Studienprogrammen: Ergeben sich längerfristige Veränderungen der Curricula bis hin zum Bedarf der Neu-Akkreditierung von Studiengängen? Ergeben sich Konsequenzen für die Verfahren der Curriculumentwicklung?
  • Kollegialer Austausch: Hat sich durch die Krise die selbstgesteuerte Kommunikation unter den Lehrenden verändert? Wie wurden hochschuldidaktische Angebote für den kollegialen Austausch zur (digitalen) Lehre angenommen?
  • Hochschuldidaktische Expertise: Inwieweit wurden hochschuldidaktische Weiterbildungs- und Beratungsformate weiterentwickelt bzw. bestehende Angebote ausgebaut? Wurden Angebote zur digitalen Lehre verstärkt entwickelt? Welches Verhältnis von Angeboten zur digitalen Lehre und bisheriger Formate hochschuldidaktischer Angebote hat sich entwickelt?
  • Netzwerkaktivitäten:  Wie wurden hochschulübergreifende Austauschforen zur Gestaltung von Online-Lehre (z.B. HFD, e-teaching.org, #CoronaCampus etc.) angenommen und wie spielen diese Aktivitäten zusammen mit hochschulinternen Formaten? Was ergibt sich daraus für die hochschuldidaktische Praxis?
  • Technische Infrastruktur und Ausstattung: Inwieweit fällt die angemessene technische Ausstattung von Studierenden nicht nur in den Aufgabenbereich der Landespolitik, sondern ist auch von Seiten der Hochschulen zu unterstützen und verbunden mit organisationalen Veränderungen, die hochschuldidaktisch relevant sein könnten?  

3. Der Arbeitsplan

Um zum Band beizutragen, ist zunächst ein Abstract einzureichen, der Angaben zur Datengrundlage umfasst und erläutert, welche Aspekte und Fragestellungen im Beitrag behandelt werden. Das bewusst offen gehaltene Spektrum der Fragestellungen wird vom Herausgeberteam konkretisiert und gebündelt, so dass dann entsprechend der Einreichungen in einem zweiten Schritt Themencluster gebildet werden können.

  • Abgabetermin eines Abstracts (max. 3000 Zeichen inkl. Leerzeichen) bis 31.03.2021 / Rückmeldung der Herausgeber*innen bis zum 30.04.2021
  • Abgabetermin des Volltextes (35.000 bis max. 50.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) bis 15.09.2021
  • Blind Review und Feedback der Herausgeber*innen bis 15.11.2021
  • Überarbeitung der Beiträge durch die Autor*innen bis 15.01.2022
  • Letzte Überarbeitungsschleife und Satz bis 01.03.2022
  • Voraussichtliches Erscheinungsdatum im April 2022

Kontakt zur Einsendung von Abstracts:

Lisa Marie Friede

reihe_fihb@th-koeln.de

Informationen zur COS-Reihe "Forschung und Innovation in der Hochschulbildung"


Januar 2021

Reinhard Hochmuth, Tabea Becker & Leander Kempen


Literatur

Crawford, L., Higgins, K. N., Huscroft-D’Angelo, J. N., & Hall, L. (2016). Students’ use of electronic support tools in mathematics. Educational Technology Research and Development, 64(6), 1163-1182.

Getto, B., Hintze, P., & Kerres, M. (2018). (Wie) Kann Digitalisierung zur Hochschulentwicklung beitragen? In B. Getto, P. Hintze, M. Kerres, & Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (Hrsg.), Digitalisierung und Hochschulentwicklung: Proceedings zur 26. Tagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft e.V (S. 13–25). Münster New York: Waxmann.

Jenert, T., Reinmann, G., & Schmohl, T. (Hrsg.). (2019). Hochschulbildungsforschung: Theoretische, methodologische und methodische Denkanstöße für die Hochschuldidaktik. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. https://doi.org/10.1007/978-3-658-20309-2

Ras, E., Whitelock, D., & Kalz, M. (2016). The promise and potential of e-‐assessment for learning. In P. Reimann, S. Bull, M. Kickmeier-Rust, R. Vatrapu, & B. Wasson (Hrsg.), Measuring and visualizing learning in the information-rich classroom (S. 21–40). New York, NY: Routledge.

Schneider, M., & Preckel, F. (2017). Variables associated with achievement in higher education: A systematic review of meta-analyses. Psychological Bulletin, 143(6), 565–600. https://doi.org/10/f97vgb

Szczyrba, B., & Schaper, N. (Hrsg.). (2018). Forschungsformate zur evidenzbasierten Fundierung hochschuldidaktischen Handelns. https://cos.bibl.th-koeln.de/frontdoor/deliver/index/docId/675/file/FIHB_Band_1.pdf

Januar 2021

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