Aktivierung Studierender

 (Bild: Johannes Sauer)

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Einsatzmöglichkeiten

Studierende hören in vielen Veranstaltungen nur zu , vor allem in Vorlesungen mit hohen Teilnehmerzahlen. Lehrkräften fehlen dadurch Rückmeldungen, die für eine erfolgreiche Lehre wichtig sind: haben die Studierenden die Inhalte verstanden? Fühlen sie sich über- oder unterfordert? Folgen sie der Präsentation aufmerksam? Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie die Studierenden auch in großen Veranstaltungen aktiv einbinden.

Abstimmungs bzw. Voting-Systeme

Mit Voting-Systemen können Sie während einer Veranstaltung Fragen stellen, welche die Studierenden unmittelbar beantworten, beispielsweise mit ihrem Handy. Die Ergebnisse werden direkt grafisch aufbereitet, sodass sie diese mit allen Teilnehmenden diskutieren können. Die Antworten können Sie anonymisieren, dadurch fallen Sie sehr offen aus. So können Sie die Studierenden auch in Veranstaltungen mit vielen Teilnehmern aktiv einbinden.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um diese Methode einzusetzen. Überlegen Sie deshalb genau, welches Ziel sie erreichen wollen, welche Frage hierfür geeignet ist und wie sie die Ergebnisse einbinden. Einige Beispiele:

  • Fragen zu Inhalten: Beziehen sich auf Sinnabschnitte innerhalb einer Veranstaltung oder auf Inhalte vergangener Sitzungen. Auf diese Weise können Sie überprüfen, ob die Studierenden wesentliche Punkte verstanden haben. Darüber hinaus können Sie erfragen, wo Nachholbedarf oder besonders großes Interesse besteht. Sie können Inhalts-Fragen auch als Einstieg in neue Themen nutzen, zum Beispiel indem Sie Vorannahmen oder Meinungen ermitteln.
  • Fragen zur didaktischen Gestaltung: Durch gezieltes Nachfragen erfahren Sie frühzeitig, wie Ihre Art des Vortragens auf die Studierenden wirkt. Sie können beispielsweise überprüfen, ob Sie zu schnell sprechen, oder ob ihre Skripte und Online-Materialien den Studierenden weiterhelfen.

Ein weiterer Vorteil von Voting-Systemen: anhand der Fragen und Ergebnisse können sich Studierende innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens über ein bestimmtes Thema austauschen. Wie eine solche Peer Discussion aussieht und worauf Sie achten müssen, erklärt dieses Video der Universität Paderborn.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Studierende sind aufmerksamer und lernen mehr, wenn Sie einbezogen werden
  • Auch in Veranstaltungen mit großen Teilnehmendenzahlen einsetzbar
  • Macht Veranstaltungen abwechslungsreicher
  • Zeitnahe Rückmeldungen über Unklarheiten, Wünsche, Verständnis
  • Vielseitig einsetzbar, zum Beispiel für inhaltliche und didaktische Fragen
  • Anonymität erhöht Beteiligung und Ehrlichkeit
  • Strukturiert Vorlesungen, macht zentrale Lernziele deutlich
  • Studierende tauschen sich innerhalb eines kontrollierten Rahmens aus

Nachteile

  • Gestaltung angemessener Fragen ist zusätzlicher Aufwand
  • Lehrkraft muss angemessen auf Ergebnisse eingehen, sonst fühlen Studierende sich übergangen
  • Technische Vorbereitung erforderlich

Technische Umsetzung

Voting-System PINGO

PINGO steht für „Peer Instruction for very large groups“ und ist ein web-basierte Live-Feedback-System für die Lehre. Damit können Sie verschiedene Typen von Fragen stellen: Single Choice, Multiple Choice, Text oder numerisch. Diese können Sie jeweils auf Ihre Bedürfnisse anpassen: zum Beispiel wie viele Antwortmöglichkeiten es gibt gibt oder wie viele Antworten richtig sein können. Sie haben außerdem die Möglichkeit, Fragen anderer PINGO-Nutzer zu importieren oder Ihre eigenen Fragen für andere zu exportieren.

Links zu PINGO:

PINGO im Internetbrowser nutzen (Universität Paderborn)
Nach einer Registrierung können Sie PINGO kostenlos nutzen

Didaktische Handreichung zu Einsatzmöglichkeiten (Universität Paderborn)
Erläutert, für welche Zwecke Sie PINGO in der Lehre einsetzen können und worauf sie dabei achten sollten

Präsentation zum Anwendertraining PINGO (Profil² Team, Fachhochschule Köln)
Erklärt Erste Schritte, Erweiterte Features, Offene Fragen, Evaluierung

PINGO-Tutorial (Universität Paderborn)
Detaillierte Hinweise zur Nutzung aller PINGO-Funktionen

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