Yuliya Wall

Yuliya Wall (Bild: FH Köln/Boris Loehrer)

Yuliya Wall über ihre Doktorarbeit (Quelle: Inside out 1/2011)

Yuliya Wall hat im Jahr 2011 erfolgreich ihre Promotion beendet.

Woran arbeite ich eigentlich?
Ich versuche die Energiekosten bei der Herstellung von Lebensmitteln zu senken. Heute sollen Lebensmittel frei von Schadstoffen und Lösemitteln, dafür aber mit gesunden Komponenten wie z. B. Vitaminen angereichert sein. Kurz zusammengefasst: wenn Fritten, dann bitte mit gesunden Omega-3-Fettsäuren. Und außerdem darf es nicht viel kosten. Das fordert die Ingenieure heraus, neue Verfahren und Trenntechniken zu entwickeln, zum Beispiel für besseres Öl, in dem die Pommes frittiert werden. Ein Verfahren ist die Extraktion mit überkritischem Kohlendioxid. Das ist kostengünstig, ungiftig und hinterlässt vollständig lösungsmittelrückstandsfreie Extrakte, durch die die Atmosphäre nicht belastet wird und kein Abwasserproblem auftritt. Der einzige Knackpunkt ist jedoch das Verfahren. Es ist aufgrund des hohen Energiebedarfs für den CO?-Kreislauf in der Extraktionsanlage noch sehr teuer.

Ich möchte entdecken, ...
... ob man mithilfe keramischer Membranen mit einer Porengröße von weniger als ein Nanometer das Extrakt vom Lösemittel (CO2) direkt bei den Extraktionsbedingungen abtrennen kann, ohne den üblichen Abscheideschritt auf unterkritischen Bedingungen.

Wie ich auf die Idee gekommen bin?
Die Idee an sich ist nicht neu. Aber bis jetzt gab es keine brauchbaren Membranmaterialien.

Was mich an meiner Arbeit fasziniert?
Ohne es wahrzunehmen, haben wir jeden Tag um uns herum sowohl mit biologischen als auch mit technischen Membranen zu tun. Das Leben in seiner
heutigen Form wäre ohne Membranen nicht denkbar.

Die Arbeit ist verzwickt, weil ...
... es nie so klappt, wie man es sich am Anfang vorstellt. Man muss sich ständig etwas Neues einfallen lassen. Es vergeht eine Menge Zeit, bis man erste positive Ergebnisse erzielt, wenn überhaupt. Frustrierend.

Womit ich gerade persönlich zu kämpfen habe?
Es ist wie ein Geduldsspiel, aber man weiß, es ist möglich und deswegen mag man nicht aufgeben, obwohl es einem manchmal danach ist. Aber ich bin in einer tolle Arbeitsgruppe aus Mitarbeitern und Studenten, die mich bei der Arbeit sehr unterstützen.

M
M