STEPs tagt zum Sommerworkshop 2016

 (Bild: )

Das Forschungsinstitut STEPs geht mit dem alljährlichen Sommerworkshop in die 4. Runde – und bietet in gemütlicher Atmosphäre ein umfangreiches Programm für die Promovierenden.


Am 8. und 9. September wurde von Mitgliedern des Forschungsinstituts STEPs der vierte Sommerworkshop in einem Tagungshotel in Lüdenscheid veranstaltet. Das Programm des Workshops war dieses Jahr besonders darauf ausgerichtet, die Promovierenden für die akademische Laufbahn und das zukünftige Berufsleben zu beraten und, wie gewohnt, durch eigene Darstellungen fachliche Gemeinsamkeiten ausfindig zu machen.

08.09.2016
Einen interessanten Einstieg in den 2-tägigen Workshop boten sich die Doktoranden selbst: Es wurden in Kurzvorträgen fünf Publikationen vorgestellt, die unmittelbar zu den verschiedenen Promotionsthemen gehören, und fünf Poster zu den jeweils eigenen Forschungsarbeiten. Hierbei wurde besonders darauf geachtet, gerade den fachfremden Anwesenden die eigenen Forschungsbereiche kurz und verständlich zu vermitteln, um den bereits stattfindenden interdisziplinären Austausch gut weiter ausbauen zu können. Zu den Vorträgen der Doktoranden ergänzte Professor Dr. Stitz einen Vortrag zu seinem Forschungsbereich zu viralen Vektoren. Zu den Beiträgen der Promovierenden gab es einen kleinen „Wettbewerb“ um den allgemeinverständlichsten, originellsten und inhaltsreichsten Beitrag.

Die fünf anwesenden Professoren waren sich einig, dass alle Beiträge gut vorbereitet und schon wegen der Unterschiedlichkeit kaum ganz ernsthaft bewertbar waren, aber es hat Spaß gemacht. Deshalb haben sie am Ende die nach Punkten Besten zum Abendessen eingeladen und die STEPs- Leitung übernahm die erste Runde Bier beim freizeitlichen Ausklang des Tages.

Durch eine Präsentation von Frau Dr. Schuchert und Herrn Prof. Dr. Sternberg aus Bochum wurde den Anwesenden das Anfang 2016 gegründete Graduierteninstitut NRW vorgestellt. Das Institut möchte Promovenden aller Fachbereiche Beratung und Unterstützung anbieten. Wie auch bei FOI STEPs ist es ein Hauptanliegen des Graduierteninstituts NRW, seinen Mitgliedern fächerübergreifende Kooperationen zum Promotionsthema einrichten zu können. Das Institut bietet auch eigene Veranstaltungen an. Es beschäftigt sich zudem mit dem auch für STEPs sehr interessanten Diskurs zum Thema „Promotionsrecht für Fachhochschulen“: Laut Aussage der Gäste ist in den nächsten Jahren damit zu rechnen. Johannes Nolte stellte der Gruppe als Stellvertretender Sprecher noch das Graduiertenzentrum der TH Köln vor, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum „NRW-um- spannenden Modell“ aufzuzeigen. Eine Vernetzung soll hier hauptsächlich unter den an der TH-Köln promovierenden Wissenschaftlern erzeugt werden.

Nach einer Stärkung durch ein gemeinsames Mittagessen im Hotel trug Herr Georg Martin den promovierenden Wissenschaftlern einen Vortrag aus seiner langjährigen Erfahrung zur „Forschung in der Industrie“ vor. In Wirtschaftsunternehmen ist die Forschung, anders als die Akademiker es von ihren Hochschulen her kennen lernen, in erster Linie auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtet. Forschung beginnt hier mit Schätzungen und statistischer Versuchsplanung. Auch fließen die Aspekte, die im Labor entwickelten Prozesse problemlos und sicher in größere Maßstäbe umsetzen zu können, maßgeblich in die ersten Entscheidungen, ob eine gewisse chemische Reaktion überhaupt weiter erforscht wird, ein. Der Erfahrungsbericht konnte den jungen Doktoranden einen guten Eindruck vermitteln, worum sich die Forschung in der chemischen Großindustrie besonders dreht und wie sie strukturiert ist. Die gründliche Vorausplanung einer derart fokussierten Forschung in der Industrie wird mit „Design of experiments“ (DOE) bezeichnet. Die Patentierung im Nachhinein gehört ebenso zum Tätigkeitsbereich des Chemikers wie eine gründliche Literaturrecherche im Vorhinein.

Der Tag klang im Brauhaus Schillerbad aus. Die bestbewerteten Kurzvorträge vom Nachmittag wurden in gemütlicher Runde unter freiem Himmel und bei einem Bier gekrönt: M.Sc. Johannes Nolte erlang bei den Kurzvorträgen mit seinem sehr ausführlichen Poster zum Thema „Screening of sucrose-dependent glycosyl-transferases and evaluation of their natural product glycosylation potential“ den ersten Platz, M.Sc. Christine Kleffner mit ihrem interessanten Poster zum Thema „Efficiency analysis of high pressure reverse osmosis and multi effect membrane distillation as a hybrid process for sustainable brine treatment“ den zweiten und M.Sc. Christian Zerhusen mit der Vorstellung einer Publikation zum Thema „Purification of lactonic sophorolipids by crystallization (2001)“ den dritten Platz.

Frau Christine Kleffner präsentierte ein Poster zu ihren Forschungsarbeiten (Bild: @TH Köln)

09.09.2016
Den zweiten Tag des Sommerworkshops eröffnete Frau Prof. Dr. Rehorek mit einem  Grundlagenvortrag über Ultraschall und Sonochemie: „Chances and Challenges of Ultrasound“. Sie erläuterte  die Funktionsweise und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten dieser Technik in der Medizin, Verfahrenstechnik und Chemie aus ihrem eigenen Erfahrungsbereich heraus. Die Anwendung zur großtechnischen Desinfektion bei der Trinkwasseraufbereitung war hierbei für viele der Anwesenden besonders interessant. Doch auch in anderen Bereichen der Wissenschaft, wie etwa für die Herstellung von Dispersionen oder um bestimmte chemische Reaktionen hervorrufen zu können, bietet die Technik vielversprechende Möglichkeiten.

Im Anschluss stellten sich Frau John-Redeker und Frau Nohlen aus dem Team Personalentwicklung und Personalgewinnung der TH Köln vor. Mit einem Vortrag zum Thema „Personalentwicklung für den wissenschaftlichen Nachwuchs“ stellten sie die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten durch ein breit gefächertes Spektrum an Seminaren für wissenschaftliche Mitarbeiter*innen an der TH Köln vor. Beispielsweise in den Bereichen Arbeitsorganisation, Bewerbungstraining, Konfliktbewältigung oder familiengerechter Hochschule, bietet das Team Personalentwicklung und Personalgewinnung den Studierenden und Beschäftigten kompetente Beratung. Es wurde auf die eigens für die TH Köln tätigen „Ombudspersonen“, Herr Prof. Dr. Altmeyer und Frau Prof. Dr. Brosey hingewiesen. Auch für individuelle und persönliche Fragestellungen können sich die Nachwuchswissenschaftler*innen an das Team wenden.

Junge und erfahrene Doktoranden tauschen ihre Erfahrungen, Erwartungen und Kompetenzen aus. (Bild: @TH Köln)

Eine gemütliche Gruppenarbeit nebst Kaffee und Süßigkeiten läutete die finale Präsentationsrunde des Sommerworkshops ein. Um die Entwicklung des FOI STEPs zu optimieren, sowie Synergiemöglichkeiten der Mitglieder untereinander noch intensiver beleuchten zu können, reflektierten die Doktoranden mit Postern oder Karten an Pinnwänden ihre Erfahrungen und Erwartungen und listeten ihre Kompetenzen und Ressourcen auf, um sie mit den anderen teilen und austauschen zu können. Die gesammelten Erfahrungen und Erwartungen werden von der STEPs-Koordinatorin ausgewertet. Die Angaben aller Beteiligten zu ihren Kompetenzbereichen werden in tabellarischer Form zusammengefasst und sollen für alle Mitglieder und Interessenten unter STEPs auf Ilias einsehbar sein. So können sich Mitglieder des Instituts für Fragestellungen aus anderen Fachbereichen jederzeit einfach und schnell an die richtigen Ansprechpartner wenden, um eine für alle Beteiligten gewinnbringende Zusammenarbeit herleiten zu können. Auch STEPs-Alumni haben die Möglichkeit, ihre Fertigkeiten und Kenntnisse hier einzubringen, um Promovierenden bei Bedarf eine wertvolle Stütze sein zu können.

Auch 2016 wurde der Workshop mit einer Zusammenfassung und einem besonderen Event abgeschlossen. Frau Prof. Dr. Rehorek und Herr Prof. Dr. Barbe bedankten sich im Schlusswort  bei allen Teilnehmern und ermunterten dazu, STEPs weiterhin engagiert für einen fachlichen Austausch zu nutzen und auch im persönlichen Umfeld wichtige und aktuelle Themen aus Umwelt und Politik zu diskutieren. Es wurde bekannt gegeben, dass in Zukunft die F11-Band „Heavy Acids“ nach den Doktorandenseminaren in Deutz proben und auftreten wird  und damit als „STEPs-Band“ auch der Hochschulöffentlichkeit zugänglich gemacht wird.
Am Freitag Nachmittag besuchten die Teilnehmer noch die in Lüdenscheid ansässige Wissenschafts-Ausstellung „phänomenta“ und verabschiedeten sich in vergnügter Laune während der Besichtigung von spielerisch dargestellten physikalischen Gegebenheiten ins Wochenende. Den Teilnehmern haben die fachliche Weiterbildung und die gegenseitige Information über die verschiedenen Fachthemen in entspanntem Umfeld und bei Urlaubstemperaturen in Lüdenscheid gut gefallen. Das FOI STEPs verfolgt gespannt, die sich ergebenden neuen Motivationen und Synergien, deren Präsentationen sicherlich spannend für den nächsten Sommerworkshop im Jahr 2017 sein werden.

M
M