Prof. Dr. Haber hält Praxisvortrag auf der ACC Konferenz in Boston

Konferenzen sind üblicherweise Plattformen für den wissenschaftlichen Austausch, an welchen meist Hochschulangehörige teilnehmen. Erstmals in der Geschichte der Amerikanischen Automatisierungskonferenzen (ACC: American Control Conference) wurde am 8. Juli 2016 auch ein Praxistag organisiert.

Hier wurden einige ausgewählte Tutorials für Gäste aus der Industrie gehalten. Prof. Dr. Robert Haber  hielt den Vortrag „An Alternative for PID Control: PFC (Predictive Functional Control) - a Tutorial”. Er ist Mitglied des Instituts für Anlagen- und Verfahrenstechnik der Fakultät für Anlagen, Energie- und Maschinensysteme der TH Köln.

HaberACCJede/r vernünftige Autofahrer/in schaut nicht nur seitlich aus dem Auto (wie ein PID-Regler), sondern auch nach vorne (prädiziert), um vor einer Kurve die Geschwindigkeit zurückzunehmen (Bild: @TH Köln)
HaberVortragVergleich zwischen einem kommerziell erwerbbaren MPC (modellbasierter Prädiktivregler) und einem ohne Lizenzgebühr einfach realisierbaren PFC-Regler (Bild: @TH Köln)

Das Tutorial zeigte eine mögliche Verbesserung der in der Industrie am meisten verbreiteten PID-Regelungsmethode. (Eine PFC-Regelung verbessert das  Regelungsverhalten  bei  totzeitbehafteten  Prozessen  gegenüber  den  PI(D)-Regelungen ohne ein rechenzeitaufwendiges, prädiktives Regelungsprogramm. Hierbei muss der sehr parameterempfindlichen Smith-Prädiktor nicht eingesetzt werden.  Zudem  berücksichtigt  eine PFC-Regelung  in  eleganter  Weise  die Stellsignal- und Regelgrößenbegrenzungen und vermeidet  gleichzeitig  das  Integrator-Windup,  das  die  Regelung unter Umständen stark verlangsamt. Gegenüber  einer  Parameteränderung kann die PFC-Regelung robuster ausgelegt werden.) Das Tutorial wurde in Zusammenarbeit mit Prof. J.A. Rossiter von der Sheffield Universität (England) und Dr. J. Richalet (früher Adersa bei Paris) zusammengestellt.
Prof. Haber ist Mitglied des Forschungsinstituts STEPs (Sustainable Technologies for Environmental and Production Processes) und betreut unter dem gleichlautenden Thema die Doktorarbeit des Stipendiaten M.Sc. Khaled Zabet aus Libyen, welcher Koautor des Beitrags ist.

 
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