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Ultra-Niedrigbett verhindert Sturzverletzungen

6,7 Zentimeter über dem Boden – so tief lässt sich ein Ultra-Niedrigbett für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen herunterfahren, das die TH Köln und die TekVor Care GmbH in einem gemeinsamen Projekt zur Sturzprophylaxe entwickelt haben.

Patientinnen und Patienten können sich so nicht mehr verletzten, wenn sie aus dem Bett fallen. Zugleich lässt sich das Bett vom Pflegepersonal in rund 20 Sekunden auf eine körperschonende Arbeitshöhe hochfahren. Das Projekt wurde durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie mit über 250.000 Euro gefördert.

Das Ultra-Niedrigbett lässt sich bis auf 6,7 Zentimeter über dem Boden herunterfahren (Foto: Thilo Schmülgen/TH Köln)
Das Ultra-Niedrigbett lässt sich bis auf 6,7 Zentimeter über dem Boden herunterfahren (Bild: Thilo Schmülgen/TH Köln)

„Unser Entwicklungsprojekt musste zwei große Herausforderungen bewältigen: Der Abstand zwischen Boden und Matratzenauflage durfte maximal sieben Zentimeter betragen – bei dieser Höhe ist das Verletzungsrisiko für die Patientinnen und Patienten deutlich reduziert. Und dieses Ziel mussten wir in Leichtbauweise erreichen, damit das Pflegepersonal das Bett gut bewegen kann“, erläutert Prof. Dr. Jochen Blaurock vom Campus Gummersbach der TH Köln die Rahmenbedingungen. Das entwickelte Ultra-Niedrigbett kann nun auf 6,7 Zentimeter herunter und auf 64 Zentimeter hoch gefahren werden und wiegt rund 80 Kilogramm.

In rund 20 Sekunden wird das Bett auf eine körperschonende Arbeitshöhe von 64 Zentimeter hochgefahren (Foto: Thilo Schmülgen/TH Köln)
In rund 20 Sekunden wird das Bett auf eine körperschonende Arbeitshöhe von 64 Zentimeter hochgefahren (Bild: Thilo Schmülgen/TH Köln)

Zielgruppe des Entwicklungsprojektes sind pflegebedürftige oder demente Menschen, die häufig einen großen Bewegungsdrang haben. Fallen diese Patientinnen und Patienten nachts aus dem Bett, ziehen sie sich nicht selten schwere Verletzungen zu. Bettgitter, Gurte oder andere freiheitsentziehende Maßnahmen zum Schutz der Patientinnen und Patienten sind ethisch bedenklich und erfordern das Einverständnis des Patienten oder einen richterlichen Beschluss.

Das Projektteam: Jakob Löwen, Geschäftsführer der Tekvor Care GmbH, Projektleiter Prof. Dr. Jochen Blaurock von der TH Köln und der wissenschaftliche Mitarbeiter Niclas Kallenbach (v.l.)
Das Projektteam: Jakob Löwen, Geschäftsführer der Tekvor Care GmbH, Projektleiter Prof. Dr. Jochen Blaurock von der TH Köln und der wissenschaftliche Mitarbeiter Niclas Kallenbach (v.l.) (Bild: Thilo Schmülgen/TH Köln)

Die TekVor Care GmbH brachte in das Gemeinschaftsprojekt ihre Expertise im Bereich der Betten- und Medizintechnik ein und testete den Prototypen: Mehr als 10.000 Testzyklen bei maximaler Belastung führte das Unternehmen durch und simulierte so die Gesamtlebensdauer des Bettes. Prof. Blaurock und sein Team vom Institut für allgemeinen Maschinenbau der TH Köln entwickelten die Rahmenkonstruktion des Bettes sowie die mechanischen Elemente und integrierten ein ultraflaches Antriebssystem. Zudem stellte das TH-Team sicher, dass das Bett alle Anforderungen der entsprechenden TÜV-Normen erfüllt. „Mit unserer Neuentwicklung bieten wir derzeit eines der niedrigsten Betten weltweit an“, sagt TekVor Care-Geschäftsführer Jakob Löwen. Krankenhäuser, Pflegestationen und Kunden aus dem Home Care-Bereich hätten bereits großes Interesse gezeigt.

Kurzinformation zum Ultra-Niedrigbett:
Obere Liegehöhe: 640 mm
Untere Liegehöhe: 67 mm
Maximales Gesamtgewicht: 80 Kg
Maximales Patientengewicht: 165 Kg
Verstellwinkel: Rückenteil 70° und Fußteil 30°
Lagerungsmöglichkeiten: Trendelenburg- / Antitrendelenburg-Lagerung
Liegefläche: 900 x 2000 mm, vierfach geteilt
Steuerung mittels Handbedienung

Mai 2017

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