Tagungsbericht: Integrierte Sozialplanung für demografisch gealterte Räume

Anspruch und Wirklichkeit einer innovativen Planungspraxis in Deutschland und der Schweiz.

Mit dem demografischen Wandel verändern sich die Bedarfsstrukturen in Deutschland. Die kommunale Sozialplanung steht vor der Herausforderung, die Versorgung im Alter sicherzustellen, darf dabei aber nicht den Gesamtzusammenhang aus den Augen verlieren. Erforderlich ist ein integrierter Blick: Einerseits sind die verschiedenen Fachbereichsperspektiven miteinander zu verknüpfen. Andererseits ist eine generationenübergreifende Perspektive notwendig, damit die verschiedenen Bedarfsgruppen im Sozialraum des Wohnquartiers nicht zu sehr auseinanderdividiert werden. Damit das gelingen kann, braucht die Sozialplanung Unterstützung auf der normativen Ebene von den Ratsausschüssen, auf der strategischen Ebene von kooperierenden Verwaltungsressorts und auf der Ebene des Sozialraums vor Ort von den Dienstleistern sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern.

In einer dreijährigen Forschung und Erprobung von geeigneten Bausteinen für eine altersgerechte Versorgung im vom BMBF geförderten Forschungsprojekt „Integrierte Sozialplanung als Innovation für die Versorgung im Alter“ (Akronym: ISPInoVA) konnten aktuelle Ansprüche und Chancen an eine integrierte Sozialplanung identifiziert werden. Im Rahmen der ISPInoVA-Fachtagung zum Thema „Integrierte Sozialplanung für demografisch gealterte Räume. Anspruch und Wirklichkeit einer innovativen Planungspraxis in Deutschland und der Schweiz“ am 8. September wurden Ansätze vorgestellt, wie die integrierte Perspektive erfolgreich eingenommen werden kann.

Nach den einleitenden Grußworten von  Herrn Prof. Dr. Klaus Becker, Vizepräsident der TH Köln, und Frau Prof. Dr. Sigrid Leitner, Prodekanin der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der TH Köln, erörterte Prof. Dr. Dr. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg, in seiner fulminanten Keynote die Anforderungen der Gerontologie an die Planung für ältere Menschen. In einem Deutsch-Schweizer-Dialog zwischen Herrn Prof. Dr. Dr. Schubert der TH Köln und Herrn Prof. Dr. Jürgen Stremlow der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit wurde die deutsche Sozialplanung – als professioneller Top-Down-Ansatz – mit der Schweizer Praxis – als subsidiärer Bottom-Up-Ansatz – verglichen.

Im Rahmen der Workshopreihe „Die Wirklichkeit: Integrierte Sozialplanung in der Praxis“ wurden gemeinsam mit den Teilnehmer*innen konkrete Hinweise zu ausgewählten Themen der Umsetzung einer Integrierten Sozialplanung für ältere Menschen erarbeitet. Aufbauend auf die Berichterstattung aus den Workshops wurde im Rahmen einer abschließenden Podiumsdiskussion, unter angeregter Beteiligung deutscher und Schweizer Expertinnen und Experten aus den Bereichen der Seniorenvertretung, der Träger und Kommunen sowie der staatlichen Vertretung, der Frage nachgegangen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, damit der Anspruch an eine integrierte Sozialplanung für ältere Menschen in demografisch gealterten Räumen zur Wirklichkeit wird.

Um die Ergebnisse der Fachtagung der breiten (Fach-) Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist die Verschriftlichung der Beiträge in einem Tagungsband geplant. Für Interessierte besteht bereits zum jetzigen Zeitpunkt die Möglichkeit, Einsicht in die Tagungsunterlagen zu erhalten und sich die entsprechenden Dokumente herunterzuladen.

September 2017


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